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Experte äußert Bedenken

Bad Widerspruch zur Privatisierungs-Idee

Crimmitschau. 

Die geplante Übergabe des Sahnbades in Crimmitschau und des Freizeit- und Erlebnisbades in Mannichswalde an einen privaten Betreiber ist mit vielen Risiken verbunden. Darauf weist Bernd Borchardt, der zwischen 1962 und 1990 als Schwimmmeister für das Sahnbad war, in einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates hin. Der Ruheständler kritisiert, dass weder sachkundige Einwohner hinzugezogen noch Bürger befragt werden. "Eine Stadt mit einem Millionenhaushalt ist nicht in der Lage, seine Bäder zu betreiben, aber eine Privatperson oder ein Privatunternehmen soll dazu in der Lage sein?", fragt Bernd Borchardt. Aus seiner Sicht würde das nur funktionieren, wenn es zu einer Regulierung der Eintrittspreise, einer Reduzierung der Dienstleistungen und einer Minimierung des Personals kommt. Der Ex-Schwimmmeister befürchtet, dass die Bevölkerung die Einschnitte zu spüren bekommt. Bernd Borchardt weist dabei auch auf die besondere Rolle der Bäder hin. Die Zahl der Ertrinkungsopfer sei in Deutschland zuletzt von 383 (2012) auf 446 (2013) gestiegen. Deshalb sei ein kontinuierlicher Schwimmunterricht erforderlich. Zudem könne mit dem Angebot in den Bädern ein Angebot in Hinsicht auf die dominierende Bewegungsarmut bei Jugendlichen unterbreitet werden. In dem Schreiben an die Kommunalpolitiker verweist Borchardt, der früher selbst im Stadtrat saß, auch auf die weitere finanzielle Belastung für die Stadtkasse. Sie müsse weiter für Investitionen, die den Betrag von 10.000 Euro übersteigen, aufkommen. Zudem sei aus seiner Sicht weiter ein Zuschuss in sechsstelliger Höhe an den Badbetreiber zu überweisen. Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) sagt bisher noch nicht, wie viel Geld durch die private Bad-Betreibung eingespart werden kann beziehungsweise weiter eingeplant werden muss. "Ich kann andere Meinungen akzeptieren. Ich muss aber sehen, was die Stadt voranbringt", sagt Holm Günther.