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Führungen durchs Gefängnis

Haftanstalt "Tag der offenen Tür" in der JVA Zwickau

Die Anzahl derer, gegen die wegen Drogendelikten ermittelt wird, ist erheblich, es sind bis zu 80 Prozent der Insassen, sagt Thomas Wündisch. Der Suchttherapeut vom Diakonischen Kompetenzzentrum Vogtland arbeitet regelmäßig an der Justizvollzugsanstalt (JVA) Zwickau mit Drogenabhängigen und Dealern. Bis zu zwei Jahre darf eine Untersuchungshaft dauern. Danach werden die meisten Verurteilten auf andere sächsische Gefängnisse verteilt, so Anstaltsleiter Andreas May.

Am Samstag konnten interessierte Bürger zum "Tag der offenen Tür" das Gefängnis ausgiebig erkunden, sich über Haftbedingungen, Therapiemöglichkeiten und Freizeitangebote aufklären lassen. 86 Besucher zählt Andreas May an diesem Tag. Häufig werde er bei solchen Veranstaltungen, die gesondert auch für Schulklassen angeboten würden, mit unrealistischen Vorstellungen über die Gefängniswelt konfrontiert. Ein Besucher, Alfredo Uguet aus Zwickau, erklärt, was ihn in die JVA geführt hat: "Ich kannte das Ganze bisher nur aus dem Fernsehen. Es hat mich interessiert, wie die Wirklichkeit ist", sagt der 66-Jährige. Sein Fazit: "Es ist viel härter, als ich dachte. Vor allem wegen der Enge, der geringen Bewegungsfreiheit, die hier herrscht."

Die personelle Ausstattung ist jedoch stark: Laut Andreas May stehen für die 162 Insassen 78 Bedienstete bereit. Dazu zählten neben den Wärtern und der Verwaltung auch Psychologen, Ärzte, Seelsorger und Sozialpädagogen. Dieses Team erreiche es etwa, dass die Hälfte der vormals drogenabhängigen Häftlinge nach der Behandlung von ihrer Sucht loskommen, so Therapeut Wündisch. Dass die Haft die Übeltäter nur bedingt bessert, bestätigt der Anstaltsleiter: "Fünfzig Prozent kommen wieder", sagt Andreas May.



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