Fällungen sorgen für Unmut

Artenschutz Naturschützer kritisiert den Umgang mit Bäumen

Hohenstein-Ernstthal. 

Hohenstein-Ernstthal. Am vergangenen Sonntag war Tag des Artenschutzes. Wenn Axel Richter aus Hohenstein-Ernstthal daran denkt, gibt es mehr Sorgen als Optimismus.

Der 58-Jährige ist Mitglied im Naturschutzbund BUND und ärgert sich dieser Tage besonders über Baumfällungen in seiner Nachbarschaft. Richter wohnt in der Ernst-Thälmann-Siedlung. An der Ecke zur Talstraße wurden mehrere Robinien gefällt. Auch Fichten und Koniferen fielen der Kettensäge zum Opfer. "In den Bäumen waren auch Nistplätze", sagt Richter.

"Es gibt ja auch Stellen, an den höheres Gras niemand stören dürfte"

Außerdem seien die blütenreichen Robinien ja Bäume, die für Bienen und andere Insekten wichtig sind. Von den vielen Baumfällungen in den Wintermonaten hält Richter genauso wenig wie vom extremen Rückschnitt von Hecken oder dem ständigen Rasenmähen. "Es gibt ja auch Stellen, an den höheres Gras niemand stören dürfte", so Richter, der drauf verweist, das die Natur eben Bereiche braucht, wo sie nicht ständig ge- oder zerstört wird.

In diesem Zusammenhang kritisiert Richter auch den aus seiner Sicht zu übertriebenen Ordnungssinn, der dem Artenschutz entgegensteht. Jana Harnisch von der Wohnungsgenossenschaft "Sachsenring" verteidigt die Fällungen. Die Stämme der Robinien seien beschädigt gewesen. Bei anderen Bäumen hätten sich die Eigentümergemeinschaften mehrheitlich für Fällungen ausgesprochen.