Fabrik weicht neuen Parkplätzen

Abriss Stadtrat gibt grünes Licht für wichtiges Projekt

Ein weiterer Schandfleck kann (endlich) aus dem Stadtbild von Werdau verschwinden: Der Stadtrat hat zu seiner Sitzung am Donnerstagnachmittag einstimmig grünes Licht für den Abriss des ehemaligen Reißfaserwerkes in Werdau gegeben. Über das Projekt wird bereits seit etlichen Jahren gesprochen. Nun kann es in Angriff genommen werden. 2016 erfolgt der Abriss. 2017 ist die Renaturierung und Umgestaltung der Fläche geplant. Die Gesamtkosten werden auf knapp 650.000 Euro beziffert. Dabei rechnet die Stadt mit einem 90-prozentigen Zuschuss aus den Töpfen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre). Der Eigenanteil, der von der Kommune aufgebracht werden muss, beträgt zehn Prozent und liegt bei knapp 65.000 Euro.

Das rund 4800 Quadratmeter große Gelände im Stadtzentrum wurde in der Vergangenheit für verschiedene Zweige der Textilindustrie genutzt. Seit den 1970-er Jahren wurde der Komplex für die Reißfaserherstellung genutzt. Mit der politischen Wende kam das Aus für den Standort. Im letzten Vierteljahrhundert waren die Gebäude damit zwangsläufig dem Verfall preisgegeben. Mittlerweile stellt das Reißfaserwerk einen Schandfleck dar. Ein Teil der ein- bis dreigeschossigen Gebäude wird vom zuständigen Fachbereichsleiter im Rathaus, Karsten Piehler, sogar als einsturzgefährdet eingestuft. Die Details zur Gestaltung der Fläche sind im Stadtteilkonzept "Werdau - Südliche Innenstadt" festgeschrieben. Darin steht, dass nach dem Rückbau und der Altlastenbeseitigung insgesamt 15 öffentliche Parkplätze angelegt werden sollen. Zu- und Abfahrt erfolgen von der Plauenschen Straße. Zuletzt waren in diesem Bereich einige Stellplätze weggefallen. Das restliche Gelände wird als Grünfläche gestaltet - damit wird ein Beitrag zur Verbesserung des Umweltschutzes und des Stadtklimas geleistet.