Fahrradfahrer kritisieren Werdau scharf

Auswertung Radler bemängeln Breite der Wege und Zustand der Oberflächen

Werdau. 

Werdau. Fast drei Viertel der Radfahrer, die in Werdau in die Pedalen treten, fühlen sich in der Stadt an der Pleiße gefährdet. Das zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) öffentlich vorgestellt hat. 56 Frauen und Männer aus Werdau beteiligten sich an der Umfrage.

ADFC-Chef sieht Verbesserungsbedarf

65 Prozent der Teilnehmer fühlen sich mit dem Rad auch an Baustellen unzureichend geschützt, 68 Prozent der Werdauer sind mit der Breite ihrer Radwege unzufrieden und 51 Prozent der Radfahrer kritisieren die Oberflächenqualität der Wege. Das Falschparken auf Radwegen wird von 63 Prozent der Pedalritter als Problem wahrgenommen, sachsenweit sind es sogar 80 Prozent. Zwei weitere Zahlen aus der ADFC-Umfrage: 69 Prozent der Teilnehmer vermissen sichere Abstellanlagen für ihre Fahrräder, nur 29 Prozent der Eltern haben ein gutes Gewissen, ihr Kind allein mit dem Rad in die Stadt zu schicken.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, sieht in den Ergebnissen der Stadt Werdau einen deutlichen Verbesserungsbedarf. "Der Fahrradklima-Test zeigt, dass die Werdauer bei der Förderung des Radverkehrs von der Kommunalpolitik entschiedenes Handeln erwarten. Wenn sieben von zehn Werdauern das Radfahren in der Stadt als gefährlich einschätzen, dann muss sich dringend etwas ändern", sagte Konrad Krause. Die Stadtverwaltung in Werdau hat eine Blick-Anfrage, wie sie mit den Ergebnissen der Umfrage umgehen wird, bisher nicht beantwortet. Mit einer Gesamtbewertung der Fahrradsituation von 3,75 liegt Werdau bundesweit im Mittelfeld, jedoch hinter den vergleichbaren sächsischen Städten wie Hoyerswerda (3,5), Markkleeberg (3,51) oder Coswig (3,56). Der Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zum Fahrradklima weltweit. Er umfasst 27 Fragen und wird seit 2012 in jedem zweiten Jahr durchgeführt. Bei der aktuellen Befragung wurden fünf Zusatzfragen zur Familienfreundlichkeit der Städte erhoben.