Finanzlücke von 411.000 Euro beim FSV Zwickau

Fussball Vorstände Toralf Wagner und Matthias Chodora treten von Ämtern zurück

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Vorstandssprecher Tobias Leege (2. v.l.) stellte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz die finanzielle Schieflage beim FSV Zwickau dar. Foto: Ralph Koehler/propicture

Zwickau. Die Wolken über dem FSV Zwickau verdichten sich. Der FSV ist neben dem Chemnitzer FC innerhalb weniger Tage der zweite ostdeutsche Drittligist, den finanzielle Probleme plagen. In den 5,2 Mio-Euro-Etats der Muldestädter besteht eine Lücke von 411.000 Euro. Am Mittwoch-Nachmittag informierte Vorstandssprecher Tobias Leege (39) über die finanzielle Situation des Drittligisten. Leege erklärte: "Wir müssen dem DFB bis zum 23. Januar glaubhaft versichern, das Loch schließen zu können." Gelingt dies nicht, drohen dem FSV neben einer Geldstrafe auch ein Punktabzug. Im schlimmsten Fall könnte sogar ein Lizenzentzug erfolgen. Der FSV-Sprecher sagte weiter: "Die Gründe für die missliche Lage sind vielfältig. Unter anderem wurde das vergangene Spieljahr bereits mit einem Minus im sechsstelligen Bereich abgeschlossen. Das wurde vom DFB kritisch bewertet. Außerdem fehlen dem Verein bei den geplanten Sponsoreneinnahmen rund 300.000 Euro." Zur misslichen finanziellen Lage hat auch das bisher nicht stattgefundene Saison-Eröffnungsspiel gegen einen namhaften Gegner, das in der Bilanz mit einem Minus von 85000 Euro enthalten ist, beigetragen. Leege blickte voraus: "Wir planen dafür in der Rückrunde zwei Freundschaftsspiele." In den kommenden Tagen soll ein kurzfristiger Businessplan entstehen, der die Liquiditätslücke schließt. Demnach können sich die Fans des FSV schon freuen, dass 2017 das Eröffnungsspiel für das Stadion Zwickau endlich nachgeholt und sie voraussichtlich einen namhaften Gegner in Zwickau begrüßen können. Auch ein weiteres Testspiel wird aktuell geprüft. Die Lage des Vereins wird zudem durch den Rücktritt der Vorstände Toralf Wagner und Matthias Chodora von ihren Ämtern wegen Differenzen zwischen einzelnen Vorstandsmitgliedern nicht gerade erleichtert.