Freibad-Eröffnung sorgt für Ärger

Debatte Saison soll erst am 1. Juni beginnen

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Foto: Getty Images/iStockphoto/Nanthm

Crimmitschau. René Felsch hat einen Blick ins Internet geworfen und zum Telefonhörer gegriffen. Sein Ergebnis: In vielen Freibädern in Westsachsen und Ostthüringen ist schon ab Mitte Mai eine Abkühlung möglich. Im Freizeit- und Erlebnisbad in Mannichswalde soll die Saison dagegen erst am 1. Juni beginnen. "Wir fahren dann Mitte Mai vielleicht bei 30 Grad Celsius an einem leeren Bad vorbei. Überall sind die Betreiber froh, wenn sie aufmachen können. Nur in Crimmitschau gibt's andere Lösungen", schimpfte René Felsch.

Er gehörte zu den rund 50 Bürgern, die am Donnerstagabend die Sitzung es Ortschaftsrates in Mannichswalde verfolgten. Dabei gab es heftige Diskussionen um das Freizeit- und Erlebnisbad. Viele Wasserratten ärgern sich, dass vor und nach den Sommerferien an Wochentagen nur zwischen 13 und 19 Uhr ein Sprung ins Wasser möglich ist.

Das Rathaus sagt Sparen

Die Rathaus-Mitarbeiter Uwe Müller und Wolf-Dietrich Hegenbarth vom Fachbereich für Kultur-, Sport- und Freizeitstätten begründeten die Entscheidungen vor allem mit Sparzwängen. "Wir betreiben als Stadt viele Freizeiteinrichtungen und müssen die Kosten reduzieren", sagte Müller. Schließlich könne damit Geld für Chemikalien, Rettungsschwimmer und Kassenpersonal eingespart werden.

Deutliche Worte zur Zukunft des Freizeit- und Erlebnisbades haben die anwesenden Stadträte André Raphael (parteilos) und Jörg Schleicher (Für Crimmitschau) gefunden. Für den Bad-Komplex gibt es noch bis 2021 eine Fördermittelbindung. Das heißt: Wenn die Becken in den nächsten fünf Jahren trocken bleiben würden, müsste die Stadt einen Teil der Finanzhilfen für die Sanierung zurückzahlen. Raphael und Schleicher forderten die Leute, denen das Bad am Herzen liegt, auf, an einem Konzept zu arbeiten und das ehrenamtliche Engagement zu prüfen.