Freiluft-Automobilmuseum nimmt Fahrt auf

Motorsport Sachsen Classic noch bis Samstag unterwegs

Zwickau. 

Zwickau. Pünktlich 12.01 Uhr rollte am gestrigen Donnerstag das erste Teilnehmerfahrzeug an der nun schon 16. Sachsen Classic über die Startrampe auf dem Zwickauer Hauptmarkt. Die Oberbürgermeisterin Pia Findeiß hatte persönlich den Horch 430 des Baujahres 1931 mit Thomas Stebich, dem Chef des Zwickauer August Horch Museums, am Steuer auf die dreitägige Reise durch Westsachsen mit einem Abstecher ins tschechische Karlovy Vary geschickt.

Anlässlich 900 Jahre Zwickau wurde dem traditionellen Startort in diesem Jahr eine noch größere Bedeutung beigemessen, denn an allen drei Fahrtagen wird das Feld in der einstigen deutschen Automobilbau-Hochburg, die einst in einem Atemzug mit Stuttgart genannt wurde, losgeschickt. 193 Fahrzeuge umfasst dieses und hat wieder einige interessante Fahrzeuge und/oder Besatzungen zu bieten. Die Startnummer 1 trägt traditionell ein heimischer Horch, diesmal bereits besagter Horch 430 mit 3,0-Liter-Achtzylinder-Reihenmotor. Gleich dahinter kamen, zumindest war das der Plan, zwei Horch 853 Cabriolet, die mit über 4.900 ccm Hubraum röhren und mit einem Leergewicht von 2,6 Tonnen die Schwergewichte im Feld sind.

Raritäten und Promis

Das älteste Auto ist hingegen ein Buick Standard Six mit dem Fabrikationsjahr 1926, und das jüngste ein BMW Z3 Roadster von 1997. Damit ist bei der 16. Sachsen Classic über 70 Jahre Automobilbau-Geschichte erlebbar. Ein weiteres besonders interessantes Fahrzeug ist der Skoda Trekka, ein in Neuseeland gebauter Skoda, der seinen wahrscheinlich ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland hat.

Mit einem VW Passat Variant G60 ist Prof. Dr. Carl Horst Hahn, der ehemalige Volkswagen-Vorstandvorsitzende, mit von der Partie, und in einem Skoda S 110 R der Schauspieler Hinnerk Schönemann, unter anderem bekannt aus der Fernsehreihe "Nord bei Nordwest". Ebenfalls in einem Skoda, allerdings in einem noch sportlicheren S 130 RS, saßen der siebenfache Deutsche Rallye (Rekord-)Meister Matthias Kahle und sein langjähriger Co-Pilot Peter Göbel. Allerdings auf den "falschen" Sitzen, denn in ihrer gemeinsamen aktiven Zeit war der Ex-Görlitzer Matthias Kahle der Chauffeur und Peter Göbel derjenige, der ihm gemäß Bordbuch den Weg wies.

Das war auch schon mehrfach bei der Sachsen Classic der Fall, doch bei der 2018er-Ausgabe tauschten sie die Rollen. Während Peter Göbel seinem "Ansager" attestierte, dass er das bisher sehr gut machte, lobte Matthias Kahle umgekehrt seinen Fahrer. Offenkundig wurden dessen Fahrkünste beim Highlight des ersten Fahrtages, der Gleichmäßigkeitsprüfung auf dem Sachsenring. Wenig auf die Zeit achtend, legte Peter Göbel hier auch einmal den einen oder anderen Drift hin.

Wieder großes Zuschauerinteresse

Doch die Sachsen Classic hat natürlich weit mehr zu bieten, als den Sachsenring. Neben der eigentlich sehr schönen, wegen der langanhaltenden Hitze in diesem Jahr allerdings etwas verdörrten und kargen Landschaft lobt Harald Koepke vom Veranstalter Motor Presse Stuttgart und in diesem Zuge Leiter des Organisationskomitees die zahlreichen Zuschauer:

"Ich komme immer wieder sehr gern nach Sachsen. Ich finde es total interessant, dass Zwickau die zweite Wiege des deutschen Automobilbaus war und auch heute mit viel Auto-Industrie ein starker Standort ist. Vor allem aber begeistern mich die vielen Zuschauer entlang der Strecke. Das bestätigen mir auch immer wieder unsere Teilnehmer. Das sind deutlich mehr als anderswo." Harald Koepke dürfte dabei wissen, wovon er spricht, den die Motor Presse Stuttgart veranstaltet alljährlich auch die Paul Pietsch Classic, benannt nach dem Gründer des Verlagshauses, in Südwestdeustchland sowie die Silvretta Classic in Österreich und der Schweiz.

Noch zwei Tage "Oldtimerwandern"

Am heutigen Freitag, dem 24. August, führt die Etappe "Tschechien" über das Westsachsenstadion, Herrenteich, Schönheide und Johanngeorgenstadt nach Karlsbad. Im Spa- & Wellness-Hotel Zámek Luzek legen die Akteure dann eine 60-minütige Mittagspause ein, bevor es über Abertamy, Johanngeorgenstadt, den Meiler Sosa und Bad Schlema wieder zurück zum Zwickauer Hauptmarkt geht.

Der Abschlusstag, Samstag der 25. August, wird eben da wieder begonnen. Die Etappe "Erzgebirge" führt die Teilnehmer am diesjährigen Oldtimerwandern durch Sachsen über Reinsdorf, Geyer, die Greifensteine und Warmbad zur Saigerhütte nach Olbenrhau, wo die obligatorische Mittagspause eingelegt wird. Über Frauenstein, d0ie Talsperre Lichtenberg sowie Freiberg, Nossen und Mittweida geht es nach Chemnitz, wo man im Rahmen des dortigen Stadtfestes den Zieleinlauf zelebrieren wird.