Gastlichkeit im historischen Ambiente

Alte Münze Vom Rohdiamant zum hochkarätigen Schmuckstück

Mit der Gaststätte "Alte Münze" öffnete am 4. Dezember ein hochkarätiges Schmuckstück im Bereich des Hauptmarktes seine Tore. Das Gebäude beherbergt zukünftig eine Gaststätte mit Weinkeller im Stil der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, Gewerberäume, zwei Ferienwohnungen und eine große Dachgeschosswohnung. Im Jahr 2013 erfolgt angrenzend ein Hotelneubau in Richtung Domhof. Geplant sind elf Zimmer mit 19 Betten. Als die Westsächsiche Wohn- und Baugenossenschaft (Wewobau) im Januar 2010 die ruinöse Centralhalle im Januar erwarb, ahnte keiner der Verantwortlichen, dass sie einen Rohdiamanten ersteigert hatten, der schrittweise seine Geheimnisse zur Erbauung der Stadt und zur Münzgeschichte preisgab. Bis zu den aufsehenerregenden Entdeckungen nahm man an, dass es sich um ein Bürgerhaus aus der Zeit um 1500 handelte. Funde während der Bauarbeiten belegten, dass das Gebäude in seinem Baubestand bis in das 13. Jahrhundert zurück reicht. Damit ist es das älteste erhaltene Gebäude am Zwickauer Hauptmarkt. Erstaunliche bauhistorische Relikte fand man im Inneren des Hauses, darunter eine historische Holzdecke im ersten Obergeschoss oder auch drei Wandsäulen aus der Frührenaissance. Bei der Herausnahme eines eingestürzten spätgotischen Kellergewölbes im Hofbereich wurde ein noch älterer Baukörper sichtbar, ein sogenanntes "Steinhus". Sieht man dieses in Zusammenhang mit dem gotischen Keller im Haupthaus und unter Hinzuziehung historischer Quellen, kommt man zur Erkenntnis, dass es sich um die mittelalterliche Münzstätte in Zwickau handelt, deren Standort bisher nicht geklärt war.