Gastwirte der "Goldenen Säge" gehen in den Ruhestand

Lokal Käufer will zuerst die Wohnungen renovieren

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Ursula und Helmut Kohl haben sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Foto: Frenzel

Crimmitschau. Lammbraten und Rouladen sowie Bauernfrühstück und Feuerfleisch waren in der Gaststätte "Goldene Säge" in Crimmitschau die Renner. Ursula und Helmut Kohl haben die beliebte Einrichtung an der Leipziger Straße seit 46 Jahren betrieben. Sie stand in der Küche. Er zapfte am Tresen das Bier.

"Künftig koche ich nur noch für meinen Mann und meine Familie", sagt Ursula Kohl. Die Gaststätten-Betreiber haben sich mit dem Jahreswechsel in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet - mit Anfang 70. Von den treuen Kunden gab es zuvor Blumen, Präsente und Karten mit lobenden Worten. Die "Goldene Säge" war für viele Stammgäste schließlich schon wie ein zweites Wohnzimmer - mit Kachelofen und freundlichen Gastgebern.

Beliebte Einrichtung mit Zukunft

Die jahrelange Suche der Kohls nach einem Käufer für das Wohn- und Geschäftshaus hat endlich den gewünschten Erfolg gebracht. Sie können den Komplex an einen Interessenten mit russischen Wurzeln verkaufen. Er will wahrscheinlich zunächst die Wohnungen renovieren. Offen ist, ob auch künftig das Bier aus dem Zapfhahn fließt. "Das wird wahrscheinlich davon abhängen, ob das benötigte Personal gefunden wird", sagt Ursula Kohl.

Seit dem 13. Oktober 1971 haben sich Ursula und Helmut Kohl um die Gaststätte "Goldene Säge" gekümmert. In den ersten vier Wochen gab es Unterstützung vom in Crimmitschau bekannten Küchenchef Lothar Heilmann. Danach mussten die Betreiber, die zuvor einen Kiosk an der Koberbachtalsperre hatten, den Laden alleine schmeißen. Bei einer Umfrage, die es 1984 gab, wurde die "Goldene Säge" zur besten Gaststätte im ehemaligen Altkreis Werdau gewählt. Die Gaststätte war stets auch ein beliebter Ort für Veranstaltungen. Einmal im Monat wurde zum Tanz eingeladen. Zudem gab es Faschings-Partys und Treffen der Feuerwehr-Senioren.