Gekommen, um zu bleiben

Zuwanderung Lichtensteiner Grundschule eröffnet Integrationsklasse

Zum neuen Schuljahr hat der Landkreis Zwickau auf die vielen, aus Asyl beantragenden Familien zu erwartenden Kinder mit der Eröffnung von Integrationsklassen reagiert. Diese erweisen sich nun auch für Kinder sonstiger Zuwanderer als Segen. Eine solche Klasse leitet Frau Dr. Riedel an der Heinrich-von-Kleist-Grundschule in Lichtenstein. Die zertifizierte Integrationsklassenlehrerin hat "Deutsch als Fremdsprache" studiert, weiß also, wie sie Nichtmuttersprachlern helfen kann. Zugute kommt dies derzeit zwei griechischen Kindern, deren Eltern vor kurzem in der regionalen Gastronomie Fuß gefasst haben und ihre Zukunft in Deutschland planen. Auch ein aus Syrien geflohenes Brüderpaar sowie ein russischer Gastschüler profitieren vom Unterricht in der sogenannten DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache).

Für das Schuljahr 2016/17 sind bei Schulleiterin Reinhold bereits Anmeldungen von rumänischen, griechischen und chinesischen Eltern eingegangen. In wöchentlicher Absprache mit den Lehrern der Regelklassen kommen die Kinder für eine oder mehrere Stunden täglich in die DaZ-Klasse, wo an individuellen Verständnisproblemen gearbeitet wird. In Etappen werden die Kinder so an die vollständige Integration in die Regelklassen herangeführt, in denen sie außerhalb der DaZ-Stunden sind. "Der wichtigste Faktor für das Erlernen der Sprache", weiß Dr. Riedel, "bleibt aber der Kontakt mit den Gleichaltrigen. Und die sind neugierig aufeinander." Die Dozentin spricht aus eigener Erfahrung. Allerdings ist sie einst nicht aus Kriegswirren geflohen oder der Arbeit wegen nach Deutschland gekommen. Während eines Auslandssemesters in Jena verliebte sich die gebürtige Ukrainerin noch zu Vorwendezeiten in ihren heutigen Mann und beendete ihr Studium schließlich hier.