Gelungene Integration: Flüchtlinge spielen in "Der Barbier von Bagdad"

Oper Integration mit Musik und Gesang

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Sie spielen die Musik in der Komischen Oper " Der Barbier von Bagdad" (v.l.): Mahdi Husseini mit Tabla, Maxim Böckelmann am Klavier, Basel Al Katrid mit Oud und Aljf Ghandi mit Tamburin bei der öffentlichen Probe im Malsaal. Foto: Ludmila Thiele

Zwickau. Wie Integration funktioniert, zeigt zurzeit das Theater Plauen-Zwickau. In der neuen Produktion, die am Freitag ihre Premiere im Zwickauer Malsaal hat, sind neun Flüchtlinge involviert.

Für die orientalischen Klänge in der Komischen Oper "Der Barbier von Bagdad" von Peter Cornelius, die auf die Erzählungen aus der Märchensammlung "1001 Nacht" basiert, konnte das Theater zwei Musiker gewinnen, die vor einem Jahr als Flüchtlinge aus Syrien kamen. Der 37-jährige Basel Al Katrid spielt Oud, eine orientalische Art Laute. Der 22-jährige Aljf Ghandi, der in seiner Heimat fünf Semester Musik studiert hat, spielt Tamburin.

"Mit so einer unglaublichen Virtuosität, dass man vermuten könnte, es sind mindestens fünf Hände am Werke", sagt Maxim Böckelmann, zweiter Kapellmeister und Assistent des GMD des Theaters Plauen-Zwickau, der als musikalischer Leiter am Flügel für die klassische Musik sorgt. Selbst ein virtuoser Pianist wie er, sammelte bei der aktuellen Arbeit auch Erfahrungen im Stimmen von Tabla, einer orientalischen Trommel, die von Kamellederriemen bespannt wird. Gespielt wird sie von dem 21-jährigen Afghanen Mahdi Husseini, der auch eine Rolle im Stück übernimmt.

Alle neun Flüchtlinge, zwei junge Frauen und sieben Männer, die in der Inszenierung von Jürgen Pöckel auf der Bühne auch singen werden, haben seit Probenbeginn vor einem halben Jahr einen großen Sprach-Fortschritt gemacht. Mit einem von ihnen, dem Syrer Omar Alsheikh, verbindet den zweiten Musikkapellmeister inzwischen eine richtige Freundschaft. "Wir haben uns schon gegenseitig besucht und bekocht. Leider kam das, was ich nach seinem Rezept gekocht habe, nicht annähernd an das Original heran", so Böckelmann.

Die Zwickauerin Esther Bürkner, die ganz fleißig die Werbetrommel für das Theaterprojekt bei den Flüchtlingen rührte, die sie in Deutsch unterrichtet, sagt: "Jetzt freue ich mich sehr, sie auf der Bühne zu sehen."