Geringere Rente: Frauen müssen aktiver vorsorgen

Vorsorge Frauen erhalten durchschnittlich 23 Prozent weniger Rente als Männer

Zwickau. 

Zwickau. Gestern war Muttertag. Ein Tag, an dem Kinder ihren Mamas mit Blumen und Selbstgebasteltem "Danke" sagen. Mütter sind gern für ihre Kinder da, bleiben zu Hause, um für die Familie zu sorgen oder arbeiten Teilzeit. "An sich selbst, an ihre spätere Rente - die geringer ausfallen wird - beziehungsweise an eine entsprechende Altersvorsorge denken sie oft zu wenig",sagt Deka-Volkswirtin Dr. Gabriele Widmann. Den Muttertag sieht sie als einen guten Anlass, um einmal dieses für Mütter wichtige Thema zu beleuchten, das akut wird, wenn die Kinder lange aus dem Haus sind.

23 Prozent weniger Rente für Frauen

Laut einer Berechnung der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen, erhalten sächsische Frauen monatlich 283 Euro weniger Rente als Männer. Das sind 23 Prozent. "Aus der Lohnlücke im Arbeitsleben entwickelt sich im Alter eine Rentenkluft", sagt Widmann. Mehr als jede zweite Frau - 58 Prozent - ist mit ihrer Altersabsicherung unzufrieden. Das zeigt die jüngste Befragung des Deka-Anlegermonitors, einer repräsentativen YouGov-Studie im Auftrag der Deka.

Frauen müssen bei der Altersversorgung mehr auf die Rendite achten

"Aufgrund der niedrigeren Renten müssen sich Frauen noch aktiver um ihre Vorsorge kümmern als Männer", weiß auch Jacqueline Oetterer, Vertriebsleiterin Vermögenskunden bei der Sparkasse Zwickau. Gerade dabei zeigen sich Widersprüche. "Frauen müssten mehr tun, tun sich damit aber schwer", ergänzt die Volkswirtin Widmann. Denn nicht einmal ein Drittel der Frauen beschäftigt sich laut Aussage des DekaAnlegermonitors gerne mit der eigenen Geldanlage. Zum Vergleich: Knapp die Hälfte der Männer tut dies gerne. Ein weiterer Widerspruch: Nur 14 Prozent der Frauen sorgen überhaupt mit Wertpapieren für das Alter vor. "Dabei müssen Frauen stärker als Männer bei der Altersvorsorge auf die Rendite achten", erklärt Widmann. Nicht nur weil sie eine geringere Rente erhalten werden, sondern auch, weil sie durchschnittlich länger leben.