Glauchau kauft sie nicht

Haushalt Die Stadt plant kein Geld für den Erwerb der Sachsenlandhalle ein

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Blick auf die Sachsenlandhalle. Sie steht seit 1996 in Glauchau. Foto: Frenzel

Glauchau. Die Mehrzahl der Stadträte von Glauchau hat einen Kauf der Sachsenlandhalle abgelehnt. Die Sport- und Kulturhalle befindet sich momentan noch im Besitz des Landkreises Zwickau. In der Debatte zum Doppel-Haushalt für 2017 und 2018 wurde die Aufnahme eines Kredites mit einer Höhe von einer Million Euro für den Kauf der Immobilie in Erwägung gezogen. Die Pläne haben die Kommunalpolitiker aus Glauchau aber wieder verworfen.

Während Stadträtin Helga Scheurer (SPD) die ganze Sache in die Kategorie "für Glauchau nicht finanzierbar" einordnet, haben ihre Kollegen aus dem Stadtrat etwas weiter ausgeholt. "Es gibt keine Notwendigkeit, uns eine finanzielle Mehrbelastung durch den Erwerb, den Unterhalt und die Sanierungsmaßnahmen aufzuladen. Die Bürger wären erbost, wenn wir den Landkreis aus der Verantwortung für seine Mehrzweckhalle entlassen würden, um uns ein dickes Minusgeschäft aufzubürden", sagte Stephan Wusowski (Freie Wähler). In die gleiche Kerbe schlagen die Liberalen. "Der Kreis will jetzt offenbar aus Kostengründen diese große Halle loswerden. Das heißt aber nicht nur, dass sich Glauchau für viel Geld eine für seine Verhältnisse überdimensionierte Halle, sondern auch ein jährliches Defizit von offenbar mehreren hunderttausend Euro kauft", erklärte Nico Tippelt (FDP).

Marcel Kruppa (CDU) machte deutlich, dass sich die Verantwortlichen im Rathaus trotz des Kaufverzichtes nicht zurücklehnen dürfen. Die Sachsenlandhalle ist die Heimstätte von vielen Sportvereinen aus Glauchau und Umgebung. "Hierbei appelliere ich gemeinsam mit den Vereinsspitzen nach Lösungen zu suchen. Vielleicht auch im Zusammenspiel oder Modell mit kommunalen Gesellschaften", sagte Kruppa in Richtung des Glauchauer Oberbürgermeisters Peter Dresler (parteilos) und des Meeraner Bürgermeisters Lothar Ungerer (parteilos).

Die Sachsenlandhalle gibt es seit 1996. Sie wurde vom Landkreis errichtet und verfügt über 800 Sitz- und 200 Stehplätze. Zudem gibt es einen kleinen Saal, in dem kulturelle Veranstaltungen und die Sitzungen des Kreistages stattfinden. Für die Sanierung, die sich an Dach und Heizung erforderlich macht, werden rund 900.000 Euro benötigt.