Gotteshaus behält seine Schieflage

sanierung Arbeiten an Zwickauer Dom St. Marien abgeschlossen

Zwickau. 

Zwickau. Fast drei Jahre lang zogen zwei riesige Holzstützen am Zwickauer Dom St. Marien die Blicke von Einheimischen und Besuchern magisch auf sich. Jetzt sind sie verschwunden und damit hoffentlich auch die Ursachen, derentwegen sie an das markante Gotteshaus montiert werden mussten.

Dom neigte sich 34 Zentimeter Richtung Süden

Grund für den Anbau der beiden Holzkonstruktionen waren dringend erforderliche Sanierungsarbeiten an den Fundamenten. Als die vormalige Kirche zwischen 1453 und 1563 zur dreischiffigen Hallenkirche im spätgotischen Stil umgebaut wurde, war sich wohl niemand so recht der enormen Lasten bewusst, die von den Fundamenten einmal getragen werden musste. Da sie mit der Zeit instabil wurden, neigte sich der Dom über die Jahre hinweg um 34 Zentimeter in Richtung Süden.

Das ganze Dilemma beruhte also nicht - wie lange vermutet - auf den Spätfolgen des Bergbaus. Im Zuge der Arbeiten wurde der betreffende Bereich am Dom bis auf die Grundmauern freigelegt und die Fundamente saniert. Zusätzliche Stützfunktionen übernehmen jetzt zwei Zugstangen, die im Chorraum des Domes an Pfeilern angebracht wurden und vom Kirchendach bis in den Boden reichen.

Zukunft von Stützen noch ungewiss

Sie können bis zu 30 Tonnen Last aufnehmen. Der Abschluss der Arbeiten bedeutet allerdings nicht, dass der Dom jetzt wieder gerade steht. Besucher des Gotteshauses können die noch immer vorhandene Neigung im Inneren an langen Loten erkennen, die von der Kirchendecke herabhängen. Was aus den beiden imposanten Holzstützen wird, die so lang am Dom standen und ein beliebtes Fotomotiv waren, konnte Dombaumeister Michael Kühn noch nicht sagen.

Zwar gäbe es mehrere Ideen, eine Entscheidung hierüber sei aber noch nicht gefallen. Bis die weitere Verfahrensweise spruchreif ist, bleiben sie zunächst eingelagert.