Haft für Fahren ohne Fahrerlaubnis

Amtsgericht Blitzer enttarnte Fahrer

Eine Blitzkamera in Zwickau wurde einem Deutsch-Russen zum Verhängnis. Denn er hatte keinen Führerschein. Richter Andreas Nahrendorf sagte zum Angeklagten (46) scherzhaft: "Wenn Sie schon ohne Fahrerlaubnis unterwegs sind, dann bitte nicht zu schnell." Aber genau daran dachte der Verkehrssünder nicht.

Der zwölffach vorbestrafte Jurij K., der zur Zeit im Gefängnis sitzt, wurde von zwei Justizvollzugsbediensteten vorgeführt. Der Angeklagte aus Zwickau gestand die Tat und so gab es nur eine kurze Gerichtsverhandlung.

Weiter wurde bekannt, dass für den gefahrenen Ford auch keine Haftpflichtversicherung bestand. Die Tat geschah am 8. Oktober 2014 kurz vor 18 Uhr in Zwickau. Dabei wurde Jurij K., per Zufall, zweimal geblitzt. Dank dieser Blitzer-Fotos kam die Polizei dem Deutsch-Russen auf die Schliche.

Als Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach Marco Züllich deutliche Worte: "Durch diese Tat haben Sie sich als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen erwiesen. Sie werden daher beschuldigt, ein Auto geführt zu haben, obwohl sie die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hatten. Das ist strafbar. Mein Antrag sind 3 Monate Gefängnis."

Der Angeklagte ist bei Gericht kein Unbekannter. Er stand schon wegen Diebstahl und Körperverletzung vor den Schranken der Justiz und war auch schon öfters zur Entziehungskur. Später ist er von einem Gerüst gefallen und bezieht seitdem eine Invalidenrente. Der zweifache Vater ist geschieden und lebt im Gefängnis in Tonna (Thüringen).

Richter Nahrendorf sprach im Namen des Volkes das Urteil: "3 Monate Gefängnis." Da der Angeklagte noch im Gefängnis sitzt, wird sich sein Aufenthalt dort (genau) um diese drei Monate verlängern. Jurij K. hat auch die Gerichtsgebühren zu bezahlen. Diese wird sich aber die Justiz wohl in den Wind schreiben müssen, da der Angeklagte ohne Arbeit und ohne Vermögen ist.