Helfer für den Erhalt steinerner Zeitzeugen gesucht

Rettung Gedenkstätte vor Verfall bewahren

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna. Manche Gedenkstätten auf Friedhöfen erzählen aus der Historie der Stadt: Von einst großen Familien, die es auf Grund von Titeln oder Tätigkeiten zu besonderen Erfolgen gebracht hatten. Doch diese steinernen Zeitzeugen werden sichtlich weniger, verfallen und müssen aus Sicherheitsgründen beräumt werden.

Einem ähnlichen Schicksal sah das große Grabmal der Familie Paul Heinrich Raetzer auf dem Oberfrohnaer Friedhof entgegen. Von Efeu überwuchert konnte man noch im letzten Herbst überhaupt nicht erkennen, was sich darunter verbarg. "Das kann nicht so bleiben", beschloss Marvin Müller und investierte zwei schweißtreibende Nachmittage, an denen er das Grabmal freilegte und den verfilzten Wildwuchs auf der Grünfläche davor zurückstutzte.

Mit fleißigen Helfern könnte das Denkmal 2020 präsentiert werden

Mit Hilfe von anderen Mitgliedern des Esche-Museums-Fördervereins soll in den nächsten beiden Jahren weiter investiert werden. Dank der finanziellen Unterstützung von einem Verbund Limbacher Firmen wird mit der Ertüchtigung der Betonpfeiler begonnen. Müller und seine Mitstreiter hoffen auf Zeitzeugen, die sich an das ursprüngliche Aussehen der Gedenkstätte erinnern oder gar ein Foto davon haben. Diese sollen sich bitte im Esche-Museum melden.

Interesse besteht auch an möglichen Nachfahren der Familie, Fabrikunterlagen oder früheren Arbeitern des Werks. Allerdings: Dieses, einst gegenüber des heutigen "Diska" gelegen, beendete bereits 1932 die Produktion. Nach einem Arbeitslager wurden dort Flüchtlinge aus den ostdeutschen Provinzen untergebracht. Nachdem sich zu DDR-Zeiten Wohnungen auf dem Werksgelände befanden, wurde der Komplex 2002 abgerissen. Wenn 2020 das "Jahr der Industriekultur" begangen wird, würden Müller und Unterstützer gern das sanierte Denkmal präsentieren. Dafür brauchen sie Hilfe von allen Seiten.