Helfer fühlen sich oft als "Schlüsseldienst"

Bilanz Feuerwehr mit weniger Einsätzen und mehr Türnotöffnungen

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Die Freiwillige Feuerwehr aus Werdau war im letzten Jahr insgesamt 156-mal im Einsatz. Foto: Frenzel

Werdau. 156 Einsätze gab es im letzten Jahr für die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr in Werdau. Dabei kamen rund 2700 Einsatzstunden zusammen. Zum Vergleich: 2015 rückten die Helfer noch 204-mal aus. Dabei kamen 3250 Einsatzstunden zusammen. "Im letzten Jahr hatten wir keine Häufung an Einsätzen wegen Wasser- oder Sturmschäden", nannte Gemeindewehrleiter Henning Tröger einen Grund für die Entwicklung. Er hat die Stadträte zur jüngsten Sitzung über die Arbeit der Brandschützer informiert.

Die Helfer wurden dabei 82-mal zu technischen Hilfeleistungen und 30-mal zu Bränden gerufen. Auffallend ist ein Anstieg bei der Zahl der Türnotöffnungen - von 22 (2015) auf 35 (2016). "Über den Sinn der Alarmierung kann man geteilter Meinung sein. In einigen Fällen wird die Freiwillige Feuerwehr als schneller und preiswerter Schlüsseldienst missbraucht", ärgert sich Henning Tröger, der mit seinen Mitstreitern auch einige große Einsätze zu absolvieren hat. Dazu gehörten ein Dachstuhlbrand in Niederalbertsdorf im Januar 2016 und ein Wohnungsbrand in Werdau im Dezember 2016.

Die Floriansjünger wurden 62-mal zwischen 10 und 16 Uhr sowie 42-mal zwischen 16 und 20 Uhr alarmiert. Mit diesen Zahlen hat Henning Tröger auf die Bedeutung der Tageseinsatzbereitschaft verwiesen. "Genau in diesen Zeiten sind am wenigsten Mitglieder der Feuerwehr erreichbar", sagt Henning Tröger, der in dem Zusammenhang auch kritische Worte fand. Tröger: "Die Tageseinsatzbereitschaft durch Beschäftigte der Stadtverwaltung, die in Feuerwehren organisiert sind, lässt leider sehr zu wünschen übrig. In dem Punkt gibt es noch jede Menge an Nachholbedarf. Das Potential ist vorhanden."

Zur Gemeindefeuerwehr in Werdau gehören 152 Einsatzkräfte. Damit gab es einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als 147 Frauen und Männer zur Verfügung standen.