Helga Pollak-Kinsky erzählt ihre Geschichte

Museum Zwangsarbeit in der Auto-Union während der NS-Zeit

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Helga Pollak-Kinsky, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, erzählte ihre Geschichte im Zwickauer August-Horch-Museum. Foto: msz / Randazzo  Foto: msz / Randazzo

Zwickau. Die Zwangsarbeit während der NS-Zeit in den Betrieben der Auto-Union wurde lange Zeit mit dem Mantel des Schweigens bedeckt. Das hat sich inzwischen geändert. Am Montag erzählte Helga Pollak-Kinsky, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, ihre Geschichte im Zwickauer August-Horch-Museum. Sie ist nun dauerhaft in der Medienstation der Einrichtung zu hören.

Die Geschichte der Helga Pollak-Kinsky

Das achtjährige Mädchen erlebte in ihrer Heimatstadt Wien den "Anschluss Österreichs" an das Deutsche Reich und die späteren Deportationen nach Theresienstadt und nach Auschwitz mit. Hier entschied Joseph Mengele über ihr Leben und schickte sie in die Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg nach Oederan. Dort musste sie mit hunderten anderen Menschen "Sklavenarbeit" leisten.

In ihrem Tagebuch beschreibt Pollak-Kinsky mit den Augen und der Sprache eines Teenagers das Leben der Mädchen. Brian Rampp, Leiter Politik der Audi AG und Projektleiter für die Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, sagte: "Wir haben uns schuldig gemacht". Von den fünfzig bis sechzig Mädchen, die im Laufe der Monate in Helga Pollak-Kinskys Zimmer untergekommen waren, bevor sie deportiert wurden, blieben nur fünfzehn am Leben. 1944 wurde Helga Pollak-Kinsky ins KZ Theresienstadt verlegt und erlebte hier mit ihrem Vater die Befreiung.

"Verantwortung für die Zukunft"

Die Audi AG hat die Zwangsarbeit in einer Studie untersuchen lassen. Rampp erklärte weiter: "Das ist für uns eine große Verantwortung für die Zukunft." Das Zeitzeugenprojekt wird außer in Zwickau auch in Ingolstadt zu hören sein. Helga Pollak-Kinsky erklärte am Montag: "Ich schließe nun mit meiner Vergangenheit endgültig ab" und übergab dem Leiter des August-Horch-Museums Zwickau, Thomas Stebich, die Blechmarke, die sie in Oederan zu ihrer Identifizierung tragen musste. Die Marke gehört nun zu den Musuems-Exponaten.