Hexenfeuer ja - Scheiterhaufen nein

Brauchtum Bei den Feuern am 30. April auch an den Tierschutz denken

Zwickau. 

Zwickau. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai fliegen bekanntlich die Hexen zum Hexensabbat auf den Brocken im Harz - auch weitere Berge in verschiedenen Regionen sind als Treffpunkt benannt. Überhaupt ist in dieser Nacht allerlei Zauber unterwegs: Menschen können sich in Tiere verwandeln und Pflanzen wachsen nicht. Ganz eng damit verbunden sind auch weitere Bräuche zur Begrüßung des Sommers, für Wachstum und Wintervertreibung wie das Setzen des Maibaumes und der Tanz in den Mai. Man freut sich einfach auf den Wonnemonat, der die Natur endgültig zu neuem Leben erweckt.

Kleintiere suchen Unterschlupf in Haufen

Matthias Sawert von der Zwickauer Tierschutzpartei erklärte aus diesem Anlass: "Mit den Maifeuern, auch Hexenfeuer genannt, soll das Böse vertrieben werden, darunter natürlich die besonders umtriebigen Hexen. Der Winter wird nun endgültig verjagt und man begrüßt den herannahenden Sommer." In wenigen Tagen lodern sie wieder - die Osterfeuer oder die hier bekannten Hexenfeuer. So schön sie auch sind, bergen sie Gefahren für die Natur. Viele Kleintiere, wie Hase, Spitzmaus, Vogel, Igel und andere nutzen die entstehenden Reisighaufen als Unterschlupf.

In Ermangelung von Hecken, die durch das Einwirken des Menschen auf die Landschaft weniger vorhanden sind, nutzen auch etliche Singvogelarten diese Gelegenheit. Tipp des Zwickauers: "Wer diese erst wenige Tage zuvor aufschichtet, bietet den Tieren kaum Gelegenheit, sich häuslich darin einzurichten." Haufen, die längere Zeit bereits liegen, müssen gemäß behördlicher Auflagen vor dem Anzünden umgeschichtet, Nester dürfen nicht zerstört werden, die entsprechenden Teile des Holzhaufens müssen gesichert und an einen geschützten Platz gebracht werden." Er appelliert: "Bitte denken Sie nicht nur an das größte und schönste Hexenfeuer, sondern an das sicherste für Mensch, Umwelt und Tier."