Hier fehlt Geld für das WC

Fördermittel Kosten für behindertengerechte Toilette im Glauchauer Bahnhof betragen rund 53.000 Euro

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Blick zum Bahnhof in Glauchau. Das Gebäude bekommt vorerst keine Behindertentoilette. Foto: Frenzel

Glauchau. Die Hoffnung auf den Bau einer behindertengerechten Toilette im Bahnhof in Glauchau hat sich zerschlagen. Die Stadt, die Eigentümerin des Gebäudes ist, bekommt kein Geld aus dem Förderprogramm für barrierefreies Bauen mit dem Titel "Lieblingsplätze für alle". Sie musste den Fördermittelantrag kurz vor der Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschuss, der die Mittel verteilte, wieder zurückziehen.

Der Grund: Die Fördermittel fließen nur für Projekte mit einer Investitions-Obergrenze von 25.000 Euro. Die Kosten für den Bau der behindertengerechten Toilette hätten sich laut Antrag aber auf rund 53.000 Euro belaufen. Damit war das Projekt aus Glauchau raus - trotz der Beteuerung von Rathaussprecher Timo Schade. Er informiert, dass die Stadtverwaltung den Differenzbetrag von 28.000 Euro gern selbst aufgebracht hätte. Schade: "Die Formulierung der Bekanntmachung zum Förderprogramm schließt Ausnahmen aus unserer Sicht nicht völlig aus." Dagegen teilte das Sozialamt des Landkreises Zwickau mit, dass der Antrag aufgrund der Überschreitung der Investitions-Obergrenze nicht berücksichtigt werden konnte.

Der Ausschuss verteilte 196.000 Euro an zwölf Einrichtungen und Vereine. Vor einigen Jahren hat Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) den Bahnhof ersteigert. In dem stadtbildprägenden Gebäude konnten zuletzt einige Vereine untergebracht werden. Dazu gehörten die Verkehrswacht und die Schachsportler. Zudem nutzen die Mitglieder eines Modelleisenbahnclubs den Bahnhof seit dem Herbst 2016 als Domizil. Zudem befinden sich im Komplex noch mehrere Geschäfte und ein Kundencenter. Die Stadt führt nach Angaben von Peter Dresler momentan Gespräche zur Nutzung von weiteren bisher leerstehenden Räumen im Bahnhof.