Hier kämpfen die Bürger gegen Windräder

Plan Vor den Toren von Crimmitschau sollen weitere Anlagen entstehen

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Im Westen Crimmitschaus stehen inzwischen mehrere Windräder. Foto: Thomas Michel

Crimmitschau. Die einstige "Stadt der 100 Schornsteine" kann sich schon bald einen neuen Beinamen geben und als "Stadt der Windenergieanlagen" bezeichnen. Der Windpark vor den Toren von Crimmitschau soll weiter wachsen. Investoren haben für die Flächen, die sich auf Thüringer Flur befinden, zwei Bauanträge im Landratsamt Altenburger Land eingereicht.

Ein Unternehmen aus Döbeln plant eine Windenergieanlage mit einer Nabenhöhe von 143 Metern. Eine Firma aus Suhl bereitet den Aufbau einer Windenergieanlage mit einer Nabenhöhe von 120 Metern vor. Die Standorte befinden sich in der Nähe des Fuchsberges. "Sie sind auf dem Höhenrücken und damit noch einmal deutlich höher als die vorhandenen Windenergieanlagen", sagt Götz Müller, Bau-Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung in Crimmitschau.

Die vier neuen Windenergieanlagen, die in den letzten beiden Jahren entstanden sind, wirken bereits an manchen Stellen erdrückend auf das Stadtbild. Der Grund für die Häufung: In Thüringen herrscht momentan ein rechtsfreier Raum, weil ein Gericht die Windkraft-Regionalplanung aufgehoben hat. Über die Anträge entscheidet der Fachdienst für Natur- und Umweltschutz des Landratsamtes Altenburger Land. Der Versuch von Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau), der sich im letzten Jahr schon an Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) gewandt hat, war nicht von Erfolg gekrönt. Rechtliche Schritte kann die Stadt nach eigenen Angaben nicht einleiten.

Damit bleibt den Crimmitschauern nur die Möglichkeit, die bereits in der Vergangenheit vorgetragene Kritik, stets zu wiederholen. Dazu gehören die Nähe zum Landschaftsschutzgebiet "Sahnwald" und den Bedeutung der Flächen für die Kaltluft-Bewegung. Zudem wird auf den geringen Abstand zur Wohnbebauung hingewiesen. "Beim Blick auf die blinkenden Anlagen denkt man momentan zuerst an ein Gewerbe- und Industriegebiet", sagt Götz Müller.