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Sachsen

Hohenstein-Ernstthal: Berggasthaus gehört wieder der Stadt

Streit Der Stadtrat entscheidet sich mit klarer Mehrheit für das Vorkaufsrecht

Hohenstein-Ernstthal. 

Hohenstein-Ernstthal. Viel wurde in den vergangenen Wochen über das Berggasthaus diskutiert, doch nun ist eine Entscheidung gefallen. Die Stadtverwaltung macht von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch und erwirbt das Wahrzeichen für 500.000 Euro vom österreichischen Besitzer. Die Frage ist nun, wie es weitergeht. Erst einmal muss das Berggasthaus laut Oberbürgermeister Lars Kluge offiziell in Besitz der Stadt übergehen, wofür noch einige Schritte nötig sind. Dann wartet Arbeit. "Ich bin mir sicher, dass in dem Gebäude viel gemacht werden muss", sagt Kluge. Doch dieser Aufgabe will und muss sich die Stadt nun stellen. Erste Anfragen von Interessierten gab es laut Kluge schon, weshalb er optimistisch ist, dass bald wieder Leben in das Gebäude einzieht. "Je nachdem, was die Corona-Pandemie zulässt, soll es dieses Jahr auf jeden Fall ein Fest zum 100. Jubiläum des Berggasthauses geben", sagt der Stadtchef.

Ein Kauf mit unter Umständen

Für viele Diskussionen hatte der Kauf gesorgt, weil eigentlich zwei Privatpersonen, die Stadträte Hartmut und Karsten Pfau (AfD), das Gebäude kaufen wollten. "Mir war von Anfang an klar, dass es ein Politikum wird", räumt Kluge ein. Genauso hätte die Stadt aber bei anderen Kaufinteressenten genau hingeschaut, denn mittlerweile ist die Meinung, dass der Verkauf vor 20 Jahren ein Fehler war. Nach Diskussion in den Gremien der Stadt habe sich schnell gezeigt, dass es eine Mehrheit für den Kauf durch die Stadt gibt. Dass die Gebrüder Pfau das nicht akzeptierten und dennoch Stimmung machten, kritisierte Kluge. "Es wurde da schon für eine bedrohliche Kulisse gesorgt. Ich denke, das war auch so kalkuliert", sagt er mit Blick auf die aufgeladene Stimmung bei der Ratssitzung. Dennoch gab es eine klare Mehrheit für den Kauf durch die Stadt. Die AfD kritisierte das unter anderem als Verschwendung von Steuermitteln, die an andere Stelle dringender gebraucht würden.