Hunde - eine Gefahr für den Wildtier-Nachwuchs

Frühling In Sachsen gibt es keinen Leinenzwang

Auch im Raps sind die Tiere derzeit zu entdecken. Foto: Markus Pfeifer

Region. Mit dem Frühling kommt wieder viel Leben in die Natur. Neugierige Rehböcke, herumtollende Hasen und anderen verschiedenste Vogelarten können mit etwas Glück und Geduld beobachtet werden. Bei Fuchs und Dachs gibt es bereits Nachwuchs, doch die nachtaktiven Tiere sind erfahrungsgemäß schwer zu entdecken.

Bei den Rehböcken scheint es dagegen so, als wären sie kurz nach dem Ende der Schonzeit noch weniger scheu als sonst, weshalb man sich weiter annähern kann, wenn sie auf den frischen Wiesen oder in den bunten Rapsfeldern auch Nahrungssuche sind.

Hunde können zur Gefahr werden

Doch es ist auch Rücksicht auf die Natur gefragt. Die weiblichen Rehe, die Ricken, dürfen derzeit nicht bejagt werden und suchen sich jetzt meist ruhig abgelegene Stellen, denn die Geburt der Kitze naht.

"Derzeit ist es deshalb besonders wichtig, dass Hunde in der Natur angeleint sind", sagt Jäger Marko Pfeiffer aus Gersdorf. Denn für die tragenden, also schwangeren, Rehe kurz vor der Geburt können Hunde, die sie aufscheuchen und jagen zur Gefahr werden.

Die Natur achten

Auch für den Tiernachwuchs, egal ob Reh, Hase oder am Boden brütende Vögel sind freilaufende Hunde gefährlich, wenn der Jagdinstinkt geweckt wird. "Man kann da nur immer wieder an die Leute appellieren, Rücksicht auf die Natur zu nehmen", sagt Pfeiffer, der immer wieder Menschen trifft, die Hunde frei laufen lassen und eben nicht immer in der Lage sind, die Tiere auch zu kontrollieren.

Einen Leinenzwang, wie es ihn beispielsweise in Niedersachsen von Anfang April bis Mitte Juli in der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit der Wildtiere gibt, hat der Freistaat Sachsen nicht generell vorgeschrieben. Allerdings gibt es ihn in einigen Ortssatzungen oder auch in Bestimmungen zu Landschaftsschutzgebieten.