Hunderte Lachmöwen - nur 15 Junge

Sorgen Kaum Bruterfolge im Limbacher Teichgebiet

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Trotz des großen Lachmöwenbestandes war der Bruterfolg am Großen Teich äußerst gering. Foto: A.Büchner

Limbach-Oberfrohna. Das Landschaftschutzgebiet Limbacher Teiche ist ein Feuchtgebiet und als solches in Südsachsen einmalig. Es hat die Stadt in Fachkreisen überregional bekannt gemacht. Besonders bemerkenswert ist die reichartige Vogelwelt, der das Gebiet als Brut-, Durchzugs- und Raststätte dient. Im letzten Frühjahr wurden wieder an die 300 Lachmöwenpaare auf der Insel im Großen Teich gezählt - Grund genug, auf einen Bruterfolg zu hoffen. Dies sollte sich jedoch nicht erfüllen: Am Ende wurden 15 Jungtiere groß - üblich sind etwa 150. "Einen Großteil des Geleges haben Wanderratten gefressen", weiß Jens Hering. "Durch das Niedrigwasser infolge der Trockenheit kamen sie problemlos auf die Insel." Der Ornithologe und seine Kollegen fanden eindeutige Fraßspuren an den Eiern, es gibt Beweise durch Fotofallen. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer bestätigte den Verdacht. "Es gab Tage, da konnte man zu Fuß auf die Insel gelangen", so Hering. "Auch Waschbär und Fuchs sind dadurch an die Gelege gekommen."

Was die Naturschützer weiterhin umtreibt, sind die Probleme, die sich rein theoretisch vermeiden ließen: Bei Einsicht und Vernunft. "Spaziergänger verlassen die vorgegebenen Wege, wir fanden Fahrrad- und Fußspuren im Teichschlamm. Selbst auf der Insel haben wir Leute angetroffen." Immer wieder finden Beratungen mit dem Ordnungsamt der Stadt und der Polizei statt; Störungen durch laute Musik, Feuerstellen und Partylärm sind keine Seltenheit. "In der Brutzone darf das nicht möglich sein, es ist eine Katastrophe für den Großen Teich", mahnt der Ornithologe. Durch die damit einhergehende Vermüllung der Uferzone werden Schädlinge wie die Wanderratte erst angelockt. Im Winter wird eine neue Beschilderung angebracht, die auf Bußgeld bei Nichtbeachtung der Regeln hinweist.