IDM Saisonauftakt auf dem Lausitzring

Motorsport Pokalflut Richtung Westsachsen

Lausitzring. 

Lausitzring. Nach dem Verkauf des Lausitzrings an die Prüfgesellschaft Dekra ist es auf der Rennstrecke im Südosten Brandenburgs etwas still geworden. Doch am vergangenen Wochenende dröhnten hier wieder die Rennmotoren. Die IDM - Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft - zelebrierte hier bei der ersten von zwei Rennveranstaltungen 2019 (nur die DTM wird Ende August folgen) ihren diesjährigen Saisonauftakt. Dabei kamen Fahrer und Fahrerinnen vom Sachsenring, jenen, die einst das motorsportliche Einmaleins am Sachsenring erlernten, wieder tragende Rollen zu.

In der Top-Klasse "Superbike" mischte die 31-jährige Sarah Heide aus Zwickau als einzige Frau unter den 21 Teilnehmern mit und sammelte als 15. des ersten sowie 13. des zweiten Rennens ihre ersten, insgesamt vier, Meisterschaftszähler 2019.

In der Klasse Supersport ging mit dem 22-jährigen Hohenstein-Ernstthaler Max Enderlein der amtierende Champion an den Start. Nach bester Trainingsbestzeit musste er sich, aufgrund eines vor Ort unlösbaren, technischen Problems an seiner Yamaha in beiden Rennen mit dem zweiten Platz begnügen.

Sachsenring-Teenies mit starken Leistungen

Im gleichen Rennen war die zweite 600er-Kategorie, die Superstock 600, mit allerdings getrennter Wertung am Start. Nach Platz fünf im ersten Lauf, schaffte der 18-jährige Rennfahrersohn Moritz Jenkner, ebenfalls aus Hohenstein-Ernstthal, im zweiten Rang drei und somit den Sprung aufs Podest.

Der erst 16-jährige Neueinsteiger Paul Fröde, der dritte Hohenstein-Ernstthaler im Bunde, schaffte unter den 15 Superstock-Piloten die beachtlichen Plätze sechs und sieben, wobei sein zweites Resultat trotz eines Verbremser zustande kam und sonst sogar noch mehr möglich gewesen wäre.

In der Nachwuchsklasse Supersport 300 musste der 18-jährige Toni Erhard aus dem Schwarzenberger Ortsteil Pöhla, wie Max Enderlein als amtierender Titelträger angereist, im ersten Rennen am späten Samstagnachmittag wegen eines gebrochenen Schaltgestänges in aussichtsreicher Position liegend aufgeben. Nach dem zweiten Lauf wurde er als Drittplatzierter ebenfalls zur Siegerehrung gerufen.

Starke Neueinsteiger

Viel Freude bereiteten in diesen gemeinsamen Rennen mit dem ADAC Junior Cup auch die beiden Aufsteiger aus dem Mini-Bike-Bereich Dustin Schneider aus Adorf und Lucy Michel aus Elterlein OT Schwarzbach vom ADAC Racing Team AMC Sachsenring. Gleich in seinem ersten Rennen mit einem großen Motorrad und auf großer Strecke konnte Dustin Schneider hervorragender Dritter werden und sich im zweiten sogar noch um einen Platz steigern.

Lucy Michel wurde im ersten Lauf starke Zehnte und schied im zweiten nach einem harmlosen Sturz, in noch besserer Position liegend, jedoch leider aus. Umgekehrt lief es bei Valentin Frühauf. Der Fraureuther ging im ersten Rennen leer aus und entschädigte sich für sein Pech im zweiten mit Platz 13.

Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Dreirädern

Bei den in bis 1.000, sowie bis 600 ccm unterteilten Sidecars bilden die Titelverteidiger Josef Sattler aus Bayern und Uwe Neubert aus St. Egidien wieder ein schlagkräftiges Duo, was sie mit ihrem neuen 600er-Gespann und Platz zwei am Samstag eindrucksvoll unter Beweis stellten. Am Sonntag ereilte sie kurz vorm Start ein kleiner technischer Defekt. Zwar konnte dieser behoben werden, doch aus der Boxengasse heraus dem Feld nachstartend reichte es am Ende nur zu Rang fünf.

Die nächsten Rennen können kommen

Die nächste Station ist die Motorsport Arena Oschersleben, wo man im Rahmen der 22. German Speedweek mit dem Kernthema Acht-Stunden-Rennen zur EWC - FIM Endurance World Championship - antreten wird. Danach geht es auf den nicht mehr ganz zeitgemäßen Ex-Formel-1-Kurs ins belgische Zolder. Nach einem Abstecher der Superbike-Klasse auf den Nürburgring im Rahmen des deutschen Truck-Grand-Prix ist das gesamte IDM-Programm dann vom 26. bis 28. Juli auf dem Schleizer Dreieck zu erleben.

Auch das daran vom 9. bis 11. August anschließende Rennen auf dem Autodrom im tschechischen Most könnte nicht nur für eingefleischte IDM-Fans aus unseren Breiten auf Grund der Grenznähe interessant sein.