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Im Rathaus gibt es einen besonderen Blick zurück

GEDENKEN Erinnerung an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren

Werdau. 

Werdau. Hans-Jürgen Beier, Chef des Werdauer Stadt- und Dampfmaschinenmuseums, und Matthias Kluge, Historiker aus Crimmitschau, sind mächtig gespannt. "Wenn am Freitag zur Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht auch so wenig Leute kommen wie zu unserem Chronik- und Bildertag, wäre das für die Stadt schon etwas blamabel", meinte der Mann aus dem Museum, welcher am Reformationstag gemeinsam mit seinem Historiker-Kollegen lange Zeit alleine war.

Im Mittelpunkt des zum vierten Mal durchgeführten Chronik- und Bildertages im Stadt- und Dampfmaschinenmuseums stand die Geschichte der Werdauer Friedhöfe. "Nachdem der Waldfriedhof zum 'Tag des offenen Denkmals' im September förmlich überrannt wurde, haben wir uns dieses Thema ausgesucht", sagte Hans-Jürgen Beier, der in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv im Rathaus alle greifbaren Dokumente ins Museum umgelagert und in einem Sonderausstellungsraum komplett ausgelegt hatte.

Bis ins Jahr 1870 zurück

Der älteste Lageplan stammte aus dem Jahr 1870 und zeigte den alten Friedhof um die einstige Egidienkirche und deren Kirchhof an der heutigen Ziegelstraße im Bereich des "Central-Theaters". "Was heute die wenigsten Werdauer noch wissen, das war bereits der zweite Friedhof der Stadt", meinte Hans-Jürgen Beier. Der erste Gottesacker befand sich bis um 1860 in der Nähe der Marienkirche, wo in den 1990er Jahren bei Ausgrabungen entsprechende Knochenfunde gemacht wurden.

Die Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht im November 1938 findet am kommenden Freitag ab 18 Uhr im Stadtverordnetensaal des Werdauer Rathauses statt. Neben den Ereignissen beispielsweise um das einstige jüdische Kaufhaus Ringer & Co. - an die erinnern Matthias Kluge und Hans-Jürgen Beier - wird es an diesem Abend auch jiddische Musik der Klezmer-Band Caputocliques aus Penig geben.



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