Internationaler Landschaftskünstler verschönert Zwickauer Rosenwiese

Projekt Ralf Witthaus lässt auf der Rosenwiese einen "Typografischen Garten" wachsen

Zwickau. 

Zwickau. Der international tätige Landschaftskünstler Ralf Witthaus verwandelte in vier Tagen dieser Woche die Zwickauer Rosenwiese in einen "typografischen Garten". Zwickau ist nach Delitzsch, Löbnitz und Torgau der letzte der vier Orte, in denen er seit 4. Oktober im Rahmen des Projektes "180 Ideen für Sachsen" vier Landschaftskunstwerke entstehen ließ. Mit Rasenmäher und Motorsense, die er als "Zeichenstifte" benutzt, schrieb Witthaus in Zwickau in das saftige Grün der Wiese, die unweit von den Zwickauer Kunstsammlungen liegt: "Sei die Veränderung, die du der Welt wünschst". Wer diesen, leicht abgewandelten Spruch von Mahatma Gandhi im Grün der Rosenwiese lesen will, dem gibt Ralf Witthaus zwei Tipps mit auf den Weg durch den Park. Der erste: gelesen werden muss - von der Balustrade des Parks aus gesehen - von ganz außen links. Und der zweite: er habe die Innenräume der Buchstaben und nicht die Buchstaben selbst in die Wiese gemäht. Somit ist der Satz, aus dem das Landschaftskunstwerk gebildet wurde, auf dem ersten, zweiten und dritten Blick kaum lesbar. So brauche der Betrachter des Kunstwerkes sowohl die Zeit als auch die Muße und Muse, um Buchstabe für Buchstabe das Geschriebene zu entziffern und den Spruch zusammen zu setzen, über den spätestens in zwei Wochen im wahrsten Sinne des Wortes das Gras gewachsen sein wird.

Kunst für den Moment und die Ewigkeit

Nicht für die Ewigkeit, sondern als Momentaufnahme, seien seine Rasenmäherzeichnungen. Ein Werk für die Ewigkeit erschuf er übrigens bereits 1998 als Student. 90.000 Kubikmeter Erde wurden damals bewegt, als er eine 550 Meter lange Lärmschutzwand als "Die Liegende von Werl" - gestaltete. Auf die Frage, wie er auf die Rosenwiese kam, antworte er: "Ich hab sie beim ,Fliegen' auf Google-Maps entdeckt und war sofort begeistert von dem schönen Park mit acht Eingängen. Als Landschaftskünstler hätte er auch noch einige Vorschläge, wie man ihn langfristig noch schöner gestalten kann. Doch vorerst soll sein "Typografischer Garten" entdeckt und erlaufen werden und im besten Fall auch zum Nachdenken bewegen, bevor über ihn in wenigen Tagen Gras wächst und er für das Auge unsichtbar wird.