Jugendclub mit Sanierungsbedarf

Projekt Unterstützung der Gemeinde steht weiter aus

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Martin Lindenhayn, der engagierte Jugendclubleiter, vor dem Eingang des Jugendclubs. Foto: Nicole Schwalbe

Kirchberg. Kriminologen beschreiben mit der "Broken-Windows-Theorie" wie Menschen auf verwahrloste und physisch verfallene Gebäude reagieren: mit Furcht und Kriminalität. Wie arme Kirchenmäuse dürfen die Jugendlichen in Kirchberg ihre Freizeit in einem "Kellerloch" verbringen, bei dem schon die Eingangstür halb verrottet ist.

Den Eingang zu finden, ist schon eine Kunst, denn erst müssen die Jugendlichen nach dem Trägerwechsel einen Namen finden. Ein Eingangsschild muss also dringend her. Aber nicht nur ein Schild, sondern auch fleißige Handwerker werden gebraucht. Nach der Aufgabe einer Wohnung müssen Räume per Gesetz in einem ordentlichen Zustand übergeben werden. Diese Sorgfaltspflicht ist im Jugendclub fragwürdig und der neue Betreiber "Gemeinsam Ziele erreichen" steht seit dem 1. Dezember letzten Jahres vor der Aufgabe, wirklich alles herrichten zu müssen.

Der Jugendclubleiter Martin Lindenhayn engagiert sich seit dem 9. Februar für die Jugendlichen, die trotz des desaströsen Zustandes kommen, weil es "chillig", also gemütlich, ist. Lindenhayn entschuldigt sich, dass die Räume so aussehen wie sie aussehen. "Der Boden muss dringend gemacht werden, bauliche Mängel sind vorhanden, das alles will die Gemeinde übernehmen", so Lindenhayn.

In der familienfreundlichen Kommune wird viel für Senioren, Ausländer, Familien und alte Gebäude getan. Wünschenswert wäre ein eben solcher Einsatz für die Jugendlichen. Der Jugendclub wirkt beschämend für eine Gemeinde, die sonst einen so guten Eindruck nach außen hin vermittelt.

"Trotz der noch ausstehenden Arbeiten bleibt der Jugendclub geöffnet. Wir haben jede Woche ein anderes Angebot", erzählt Lindenhayn. Nachzulesen ist das Wochenprogramm auf der Facebookseite "Jugendclub Kirchberg", dabei reicht das Freizeitangebot von Kartenspielen über Sport in der Turnhalle am Mittwoch von 18 bis 19.30 Uhr bis zum Kochen an Freitagen für einen Euro Unkostenbeitrag.