JVA-Neubau: Mitte 2018 geht es los

Infoabend Diskussion über Justizvollzugsanstalt Sachsen-Thüringen in Zwickau-Marienthal

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Die Baugenehmigungen sind erteilt Foto:Ralph Koehler/propicture

Zwickau . Sechs Einsatzfahrzeuge der Polizei plus acht Mann vom Ordnungsamt sicherten kürzlich die Informationsveranstaltung zum geplanten Neubau der gemeinschaftlichen Justizvollzugsanstalt (JVA) von Sachsen und Thüringen in Zwickau Marienthal ab. Der Ansturm der Anwohner fiel insgesamt allerdings geringer aus als im Vorfeld erwartet oder auch befürchtet. Etwa die Hälfte der 200 Plätze im ehemaligen Klubhaus "7. Oktober" war leer geblieben. Die anderthalbstündige Diskussion verlief ruhig und sachlich.

Die Anwesenden erfuhren, Mitte 2018 wird es mit dem Großprojekt "Neue JVA Zwickau" ernst. Während einer zweijährigen Bauzeit sollen sechs Hafthäuser mit 820 Plätzen, Arbeitshallen, Ausbildungstrakt und eine Reihe weiterer Gebäude entstehen. Immer wieder wurde der Lärm angesprochen, den Häftlinge besonders am Abend verursachen könnten. Frank Wigger vom Justizministerium räumte ein, dass es beispielsweise in Leipzig so ein Ruheproblem gebe. Ruhestörer sind demnach Gefangene in der U-Haft und die kann man künftig in Zwickau auf die einzelnen Hafthäuser verteilen. Die Arbeit soll außerdem die Energie zum Lärmen nehmen. Es wird auch ein Telefon geben, das Tag und Nacht besetzt ist, eine Hotline sozusagen für Beschwerden. Die geplanten vierstöckigen Hafthäuser werden hinter Mauern und Gebäuden weitgehend verschwinden.

Die sechs Flachbauten bilden die mittlere Achse des Areals. Nördlich schließt sich ein langgezogenes Gebäude mit Werkstätten an, südlich der Ausbildungstrakt. Der Komplex wird von einer sechs Meter hohen Mauer umschlossen. Die Unterkünfte der Gefangenen werden kaum zu sehen sein. Unklarheiten bestehen noch um die Zukunft des denkmalgeschützten Wasserturms, eventuell soll er als Ganzes versetzt werden. Die Kosten werden nach wie vor voraussichtlich 171 Millionen Euro betragen.