Kardiokapsel erstmals in Zwickau implantiert

Gesundheit Ärzte des HBK setzen den kleinster Herzschrittmacher der Welt ein

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Oberarzt Marc Schönweiß zeigt Werner Milde, wo die kleine Kapsel im Herzen eingesetzt wurde. Foto: HBK/Laura Kruckenmayer

Zwickau. Erstmals wurde im Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum (HBK) in der Klinik für Innere Medizin I - Kardiologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin eine sogenannte Kardiokapsel implantiert. Dieser winzig kleine Herzschrittmacher wird zur Behandlung von bradykarden Rhythmusstörungen (verlangsamter Herzschlag) eingesetzt und über die Leistenvene drahtlos im Herzen verankert.

Vor allem Patienten mit Vorerkrankungen profitieren von dieser innovativen Methode, die bislang in nur wenigen sächsischen Kliniken angeboten wird. Marc Schönweiß, Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin I am HBK, hat mit seinem Team kürzlich erstmals die Kardiokapsel, die nicht viel größer als eine Vitaminkapsel ist, erfolgreich bei dem 87-jährigen Patienten Werner Milde implantiert.

Der Patient ist zufrieden mit der Behandlung

Werner Milde litt an Vorhofflimmern. Er hatte Probleme mit der Luft, Schwindelanfälle und Schmerzen im Herzen. "Ich war kein richtiger Mensch mehr", erinnert sich der Zwickauer. Deshalb habe er auch nicht gezögert und nach der Diagnose sofort der neuen Behandlung am HBK zugestimmt. "Ich hatte vollstes Vertrauen in den Oberarzt", so Milde. Dem 87-Jährigen ging es schon kurze Zeit nach dem Eingriff viel besser. Nach zwei Tagen konnte er die Klinik wieder verlassen. Seitdem hat er keine Schmerzen mehr und auch das Treppensteigen funktioniert ohne Probleme.

So funktioniert die OP

"Bei der minimalinvasiven Methode ist kein operativer Schnitt mehr notwendig, denn die Kapsel wird schonend über einen Katheter von der Leistenvene direkt im Herzen in der rechten Kammer eingesetzt und unmittelbar im Herzmuskel verankert. Von dort gibt die Kapsel die nötigen elektrischen Impulse drahtlos an die Herzspitze ab. Verrutschte Elektroden oder Kabelbrüche sind so nicht mehr möglich und auch das Infektionsrisiko ist deutlich geringer", zählt der Mediziner die Vorteile auf.