Kicker fühlen sich im Stich gelassen

Problem Aus dem Rathaus gibt es keine Antworten zum Richard-Hofmann-Stadion

Meerane. 

Meerane. Nach dem Budenzauber unter dem Hallendach und harten Trainingseinheiten auf dem Kunstrasenplatz freuen sich die Kicker im Frühjahr stets auf die ersten Spiele auf (satten und grünen) Rasenplätzen. Die Vorfreude ist bei den Mitgliedern des Meeraner Sportvereins allerdings getrübt.

Sie wissen bisher nicht, wann das Spielfeld im traditionsreichen Richard-Hofmann-Stadion wieder genutzt werden kann. Im zweiten Halbjahr 2018 war der Rasenplatz knochenhart und gesperrt - aufgrund der langen Trockenheit und der hohen Verletzungsgefahr. Die Verantwortlichen im Neuen Rathaus hüllen sich bei Medienanfragen in Schweigen. Wie bewertet die Stadt die Situation aktuell im Richard-Hofmann-Stadion? Wann und wie soll am Zustand des Rasenplatzes etwas verändert werden? Wie hoch ist der Finanzbedarf? Stehen die Mittel im Haushalt der Stadt zur Verfügung? Die knappe Antwort von Medienreferentin Heike Hönsch auf die formulierten Fragen: "Zu ihren Fragen möchten wir sie noch um etwas Geduld bitten. Das Verfahren läuft."

Provokante Anspielungen sollen Unzufriendenheit der Kicker aufzeigen

Die Geduld der MSV-Kicker wurde bei dem Thema in den letzten Monaten offenbar schon überstrapaziert. Deshalb machten sie beim Straßenfasching - mit einem Augenzwinkern - auf die Probleme aufmerksam. In den letzten Monaten sprengten bisher unbekannte Täter zwei Geldautomaten in Meerane. Die schlüpften in das Outfit von Bankräubern und kreierten zwei Plakate mit den Aufschriften "2 Geldautomaten haben wir schon" und "Sorry Lothar, wir brauchen das Geld für neuen Rasen." Damit sprechen sie den Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) an.

"Es zeigt, dass sich die Spieler über die Situation ärgern und auch ein wenig im Stich gelassen fühlen. Trotzdem ist diese Sache natürlich nicht ganz ernst gemeint und eher mit einem Schmunzeln zu bewerten", sagt Trainer Julius Michel, der mit seiner Mannschaft in der Landesklasse spielt. Aus seiner Sicht sei der Rasen momentan nicht einmal kreisligatauglich. Michel: "Viel trauriger ist, dass wir hier einen sehr großen Verein mit 14 Mannschaften haben und es der Stadt nicht gelingt einen dafür qualitativ guten Rasenplatz bereit zu stellen."