Kirchberg: Tanzboden ist Geschichte

Abriss Ballhaus "Wiener Spitze" verschwindet aus dem Stadtbild

Kirchberg. 

Kirchberg. Unerbittlich fressen sich derzeit die Abrissbagger durch die noch verbliebenen Überrests des ehemaligen Ballhauses "Wiener Spitze" in Kirchberg.

Ein dazugehöriger Saal musste bereits vor mehreren Jahren wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Um die immer mehr zum Schandfleck verkommenden Gebäude langfristig aus dem Stadtbild zu entfernen, hatte Kirchberg das Objekt schon vor geraumer Zeit in seine Stadtumbauplanung aufgenommen.

In der Folge wurden sowohl der Gebäudekomplex als auch der auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindlichen Felsenkeller für den Preis von einem symbolischen Euro von den Voreigentümern erworben. Nach dem Ende der Abrissarbeiten soll das Areal begrünt werden.

Informationstafel soll auf renaturierter Fläche an Vergangenes gedenken

Damit die "Wiener Spitze" dennoch nicht gänzlich aus dem Gedächtnis der Stadt verschwindet, könnte später eine Informationstafel zur Geschichte des ehemaligen Ballhauses aufgestellt werden.

Ähnliche Tafeln gibt es schon an anderen Stellen im Stadtgebiet. Und auch der sogenannte "Schwertstein", der auf der Denkmalschutzliste steht und sich im Sockelbereich eines der Nebengebäude befand, könnte auf der renaturierten Fläche einen ansprechenden Platz finden. Mit den Abrissarbeiten endet die fast 170-jährige Geschichte des Ballhauses. In der renommierten Saalgaststätte fanden über die Jahre hinweg Konzerte namhafter Künstler, Theateraufführungen und Veranstaltungen der örtlichen Vereine statt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die "Spitze" speziell für die Jugend zu einem der beliebtesten Tanzböden in der Region. 1987 machte die Gaststätte schließlich dicht. Mehrere Versuche, der "Wiener Spitze" nach der Wende wieder neues Leben einzuhauchen, scheiterten zumeist am Fehlen eines tragfähigen Nutzungskonzeptes.