Kleine Steine gegen das Vergessen

Aktion Vier neue Stolpersteine in Limbach verlegt

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Künstler Gunter Demnig verlegt in Limbach am Marktsteig einen Gedenkstein für Rosa Margarete Kirsten. Foto: Steffi Hofmann

Limbach-Oberfrohna. Rosa Margarete Kirsten, geboren am 24. Juni 1900 in Limbach, ist in der Schule mehr als ein Mal sitzen geblieben. Als "geistig schwach veranlagt" wurde sie deshalb bezeichnet, erst in das Siechenheim Grüna, ein Alters- und Pflegeheim, dann ins Bezirkskrankenhaus Rabenstein zum Sterilisieren, anschließend in die Landesanstalt Zschadraß und letztlich in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein deportiert. Rosa Margarete Kirsten wurde nur 40 Jahre alt. Sie gehört zu den Euthanasieopfern, also körperlich oder geistig Beeinträchtigten, die von den Nationalsozialisten ab 1940 systematisch ermordet wurden.

Der Grünen-Stadtrat Albert Klepper und seine Partnerin Ina Grobe initiierten das Verlegen vier neuer Stolpersteine zum Gedenken im Stadtgebiet. Margarete Rosa Kirsten erhielt den ersten davon. Am Marktsteig 3, ihrem Geburtshaus, erinnert von nun an ein zehn mal zehn Zentimeter großer Messingstein, vom Kölner Künstler Gunter Demnig graviert und ins Trottoir eingelassen, an ihr Schicksal.

Gedenksteine erhielten am Samstag auch Georg Moritz Schlimper auf der Albert-Einstein-Sraße 40, Hermann Richard Knorr auf der Querstraße 13 sowie Georg Arthur Sallmann auf der Chemnitzer Straße 13. Die Informationen über die Euthanasieopfer haben Albert Klepper und Ina Grobe aufwendig recherchiert. Sie waren unter anderem in der Gendenkstätte Pirna-Sonnenstein und im Bundesarchiv Berlin unterwegs. "Die Aufarbeitung dieser Taten ist einfach wichtig und ich habe die Hoffnung, dass irgendwann auch einmal andere als wir dafür aktiv werden", so Klepper.