"Kleinteiligkeit war sehr wichtig"

Interview mit Pfarrer Michael Gehrke

Crimmitschau/Werdau. In den katholischen Gemeinden in Crimmitschau und Werdau gibt es einen Pfarrerwechsel. Michael Gehrke verlässt am Ende des Monats die Pleiße-Region. Seine Aufgabe übernimmt Ludger Kauder. Holger Frenzel führte mit Michael Gehrke das folgende Interview.

Warum haben Sie sich für den Abschied aus Westsachsenentschieden?

Ich habe in der Vergangenheit immer wieder von Anderen eingefunden, dass sie bei Entscheidungsprozessen nicht nur an sich selbst denken und den Blick auf die gesamte Entwicklung werfen sollen. Der Grundsatz gilt natürlich auch für meine Person. Die Stelle in Dresden-Zschachwitz ist seit zehn Monaten vakant. Dafür wurde ein Pfarrer gesucht, der weder Berufsanfänger noch kurz vor dem Rentenbeginn ist. Dafür kommen im Bistum nicht so viele Personen in Frage. Deshalb gab es von mir die Zustimmung zum Wechsel. Wenn die Frage nach meinem Wunsch kommt: Ich wäre lieber länger in Westsachsen geblieben.

Wann findet die Verabschiedung in Crimmitschau und in Werdau statt?

Am Samstag in der St. Johanniskirche in Crimmitschau und am Sonntag in der St. Bonifatiuskirche in Werdau. Beginn ist jeweils 14 Uhr. Im Anschluss wird es Kaffeetrinken im Piusheim in Crimmitschau beziehungsweise ein geselliges Beisammensein im Pfarrsaal in Werdau geben.

Welche Erinnerungen nehmen Sie aus der Region mit?

Vor allem die vielen Kontakte, die es mit den Menschen - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirchgemeinden - gab. Ich habe zehn Jahre in Crimmitschau gelebt. Je länger ich in der Stadt war, desto mehr Gespräche gab es mit den Menschen. Diese Kleinteiligkeit war sehr wichtig.

Warum haben Sie bisher nicht den Bau der St.-Franziskuskapelle in Crimmitschau, die vor zwei Jahren fertiggestellt wurde, erwähnt?

So ein Vorhaben ist mit Sicherheit äußerlich wahrnehmbar. Es gehört aber nicht zu den Hauptaufgaben meiner Arbeit. Egal ob Veranstaltungen - wie dem Gospelworkshop - oder der Neubau der Kapelle: Dabei handelt es sich um Dinge, bei denen ich die Kirchgemeinde begleiten durfte. Sie wurden aber von anderen Leuten angeschoben.

Was braucht ihr Nachfolger Ludger Kauder?

Ein offenes Herz und viel Energie.