Kohls servieren auch eine Kohlroulade

Tradition Gastwirte kümmern sich seit 45 Jahren um die "Goldene Säge"

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Ursula und Helmut Kohl kümmern sich seit 45 Jahren um die Gaststätte an der Leipziger Straße. Foto: Frenzel

Crimmitschau . Ursula und Helmut Kohl gelten als dienstälteste Gastwirte in Crimmitschau. Sie betreiben nun schon seit 45 Jahren die Gaststätte "Goldene Säge". Das ist nur durch die Liebe zum Beruf und die treuen Gäste möglich. "Wir machen die Aufgabe mit Leib und Seele", sagt Ursula Kohl. Die 72-Jährige steht in der Küche. Ihr Mann Helmut, der zwei Jahre jünger ist, kümmert sich um die Bewirtung der Gäste. An fünf Tagen in der Woche.

Die Kohls können sich noch gut an den Start in der Gaststätte "Goldene Säge" erinnern. Nachdem sie bis 1971 einen Kiosk an der Koberbachtalsperre betrieben hatten, wechselten sie in die Küche und hinter den Tresen. Die Gaststätte wurde zu DDR-Zeiten unter dem Dach der HO-Gesellschaft geführt. Nach der Wende entschieden sich die Gastwirte für den Start in die Selbstständigkeit. Mut machten dabei auch einige Auszeichnungen. Bei einer Leserumfrage, die "Freie Presse" im Jahr 1984 durchgeführt hat, wurde die "Goldene Säge" zur besten Gaststätte im Bereich des ehemaligen Kreises Werdau gewählt.

Früher wie heute kommt die gutbürgerliche Hausmannskost bei den Gästen an. Lammbraten und Rouladen gehören zu den Rennern. Zudem sind Bauernfrühstück und Feuerfleisch gefragt. Auf Vorbestellung werden - passend zum Namen der Betreiber - auch Kohlrouladen serviert. "Einige Stammgäste müssen bei uns nicht in die Karte schauen. Sie kennen unser Angebot", sagt Ursula Kohl. Sie macht deutlich, dass die "Goldene Säge" vor allem mit Gemütlichkeit und Beständigkeit punkten kann. Auch jüngere Leute machen es sich gern auf den Plätzen neben dem Kachelofen bequem. Sie freuen sich zum Teil, dass die Zeit hinsichtlich der Ausstattung etwas stehen geblieben ist. Jeden ersten Samstag im Monat wird zum Tanz eingeladen.

Mittlerweile denken allerdings auch Ursula und Helmut Kohl darüber nach, sich in den Ruhestand zu verabschieden. Sie haben sich auf die Suche nach einem Nachfolger für die Gaststätte, in der sie mehr als die Hälfte ihres Lebens verbrachten, begeben. "So lange, bis wir jemanden gefunden haben, wollen wir weitermachen", sagt Ursula Kohl.