Kosten für Großgefängnis in Zwickau steigen um 21,5 Millionen Euro

Planungen Kostenrahmen von 150 Millionen euro überschritten

Zwickau. 

Zwickau. Nachdem Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) kürzlich über einen möglichen Verzicht auf die Haftplätze in dem gemeinsam von Sachsen und Thüringen geplanten Großgefängnis in Zwickau nachdachte, regen Sachsens Grüne Konsequenzen an. "Lieber schnell den Ausstieg prüfen statt 'Augen zu und durch'", fordert deren rechtspolitische Sprecherin Katja Meier im Sächsischen Landtag.

"Der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) sollte vor einer Neukonzeption einer kleineren Anstalt in Zwickau nicht zurückschrecken", erklärt die Abgeordnete und meinte weiter: "Die Gefahr der Bildung von Subkulturen ist in kleineren Gefängnissen viel geringer und Maßnahmen der Resozialisierung lassen sich gezielter umsetzen." Die gemeinsam mit Thüringen geplante Justizvollzugsanstalt in Zwickau sollte ursprünglich im dritten Quartal 2020 eröffnet werden.

Man muss davon ausgehen, dass die Kosten noch weiter steigen:

Für den Bau war ein Kostenrahmen von 150 Millionen Euro veranschlagt. Durch die zeitlichen Verzögerungen geht das Finanzministerium heute schon von einer Kostensteigerung um 21,5 Millionen Euro auf 171,5 Millionen Euro aus. Nach dem der Generalunternehmer für den Neubau abgesprungen ist und ein zweites Vergabeverfahren vorbereitet wird, bei dem das Gesamtprojekt in einzelne Baumaßnahmen zerlegt werden soll, muss davon ausgegangen werden, dass sich die Kosten weiter erhöhen.