Kostenexplosion sorgt für Ärger

Schulsanierung Stadtrat diskutiert über Vorhaben an der Diesterweg-Oberschule

Werdau . Die Kosten für die Komplettsanierung der Diesterweg-Oberschule schießen weiter in die Höhe. Die Ausgaben für das Projekt wurden zunächst auf knapp 4,9 Millionen Euro beziffert. Mittlerweile geht die Stadtverwaltung davon aus, dass sie rund 5,7 Millionen Euro benötigen wird. Das bedeutet eine Kostensteigerung von 18 Prozent. Karsten Piehler, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bau, hat bereits im Frühjahr über den Mehrbedarf von 400.000 Euro informiert. Zur Sitzung des Stadtrates am Donnerstagnachmittag machte er deutlich, dass weitere Zusatzausgaben von 460.000 Euro anfallen.

Bei einem Blick auf die Beschlussvorlage platzte etlichen Abgeordneten der Kragen. "Wir verwalten hier das Steuergeld der Bürger. Mir wird schon Angst und Bange, wenn wir das nächste große Projekt anpacken", sagte Sören Kristensen, Vorsitzender der Fraktion FDP, SPD und UL. Er kritisiert, dass die Stadträte im Frühjahr noch nicht über die absehbare Kostenentwicklung informiert worden sind.

In der jüngsten Vergangenheit kam es in Werdau bereits bei der Sanierung der Sporthalle an der Umweltschule (plus 400.000 Euro) und der Schwerathletikhalle (plus 210.000 Euro) zu Kostenexplosionen. "Damit muss nun endlich Schluss sein. Wir müssen die richtigen Lehren daraus ziehen", sagte Bernd Gerber, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. Er macht deutlich, dass die Zusammenarbeit mit Planungsbüros und die internen Zuständigkeiten im Rathaus auf den Prüfstand gehören. Stadtrat Heinz John (Linke) bezeichnete die Mehrkosten als "alternativlos". John: "Selbst wenn es schmerzt: Wir müssen dadurch als Stadt nicht in Insolvenz gehen". Wenn es keine Extra-Förderung kommt, müssen aber etliche andere Bauvorhaben gestrichen werden.

Karsten Piehler hat als Ursachen für die Mehrkosten unter anderem die knappe Vorbereitungszeit und zusätzliche Arbeiten ausgemacht. Dazu gehörten die Trockenlegung des Gebäudes und die Erneuerung der Bodenplatte in der Turnhalle. "Oftmals müssen wir unter Zeitdruck etwas vorbereiten und nach der Pfeife des Fördermittelgebers tanzen", sagte Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU).