Kultur soll auch für Hörgeschädigte erlebbar werden

Inklusion Neue Anlage macht städtische Museen zu "Lieblingsplätzen für alle"

Seit kurzem ist die Schumannstadt um eine technische Neuerung reicher. Im Rahmen des Investitionsprogrammes Barrierefreies Bauen 2014 "Lieblingsplätze für alle" konnte das Kulturamt der Stadt Zwickau eine mobile Höranlage erwerben. Aufgrund der demografischen Entwicklung der Bevölkerung, der Zunahme hörbehinderter Mitbürger und der gesetzlichen Pflicht zur Ermöglichung gleichberechtigter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für behinderte Menschen ist es für Veranstaltungsorganisatoren und öffentliche Einrichtungen heutzutage immer wichtiger, Betroffenen Hörunterstützung anzubieten. Mit der gut 4.000 Euro teuren, zu 100 Prozent durch das Förderprogramm refinanzierten Anlage ist es ab sofort bis zu 15 Personen mit Hörschädigung möglich, einem Vortrag, einer Führung oder einem Film unabhängig von Umgebungsgeräuschen und Distanz zur eigentlichen Klangquelle zu folgen. Innovativ an der jetzt angeschafften Anlage ist, dass anders als bei stationären induktiven Höranlagen, bei denen jeweils in einem bestimmten, mittels fest verlegter Induktionsschleife räumlich begrenzten Bereich das akustische Signal klar und ohne Nebengeräusche an das Cochlea-Implantat der Hörgeschädigten übermittelt wird, die mobilen Geräte alle kleine Induktionsschleifen zum Umhängen beinhalten, Grenzen somit nur durch die maximale Reichweite des Funkbereichs der Senderanlage gesetzt sind. Derzeit ist die Anlage in der Galerie am Domhof, den Priesterhäusern Zwickau, den Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum, dem Stadtarchiv, der Ratsschulbibliothek sowie dem Robert-Schumann-Haus nutzbar, mit deren technischen Anlagen sie mittels Adaptern gekoppelt werden kann. Die Verfügbarkeit zu den jeweiligen Veranstaltungen wird im Vorfeld in den entsprechenden Publikationen mitgeteilt.