Kultusminister nimmt Lese-Rechtschreib-Schwäche ins Visier

Bildung Christian Piwarz besucht Comenius-Grundschule

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Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz brachte bei seinem Besuch den Schülern der Comenius-Grundschule Bücher für die Bibliothek mit. Foto: Nicole Schwalbe

Wilkau-Haßlau. "Die Zahlen der Kinder, bei denen die Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) diagnostiziert wird, ist rasant angestiegen", äußerte sich Uwe Schmidt, Referatsleiter für Grund- und Förderschulen Zwickau, gegenüber Kultusminister Christian Piwarz.

Insgesamt 64 LRS-Stützpunktschulen in Chemnitz

Über einen Zeitraum von 25 Jahren hat sich in Sachsen ein gut vernetztes System von insgesamt 64 LRS-Stützpunktschulen entwickelt. Derzeit lernen 2444 Schüler in 185 LRS-Klassen. Die Schüler starten in den LRS-Klassen noch einmal mit einem Schreib- und Leselehrgang.

Durch das frühzeitige Beheben von Lerndefiziten können Verhaltensprobleme vermieden werden. Auch an der Comenius-Grundschule ist man mit derzeit drei LRS-geschulten Lehrerinnen gut am Start. "Wir werden sogar noch eine vierte Lehrkraft ausbilden", so Eva-Maria Watzek, LRS-Fachberaterin.

Viele Lehrer engagieren sich, um den Schülern zu helfen

Die zweijährige Zusatzausbildung, die die Lehrer von ihrer Freizeit abzwacken, wird weder mit Prämien, noch mit einer Gehaltserhöhung belohnt. Dennoch engagieren sich mittlerweile viele Lehrer, um Schülern zu helfen. "Die speziell qualifizierten Lehrkräfte leisten in den LRS-Klassen eine hervorragende Arbeit.

Durch die differenzierte Diagnostik, kleinschrittige Arbeitsweise und individuelle Förderung lernen die Schüler wieder gerne und erzielen Erfolge", sagte Kultusminister Christian Piwarz. "Die LRS-Schwäche ist kein Schichtproblem, im Gegenteil, schlechter situierte Familien scheinen mehr Zeit für ihre Kinder zu haben", so waren sich Schmidt und Schulleiter Andreas Körnich einig.

Schulbesichtigung und anschließende LRS-Fachberatung

"Viele Kinder werden heutzutage aus Zeitmangel mit modernen Medien wie Handy, Tablet und Computer abgespeist, das hat natürlich Folgen." Nach einer ausgiebigen Schulhausbesichtigung des frisch sanierten Gebäudes setzte sich Piwarz mit der Landtagsabgeordneten Kerstin Nicolaus, Andreas Körnich, Uwe Schmidt und anderen zu einer LRS-Fachberatung zusammen.