Labrador-Dame Joy durfte mit nach Zwickau

Theater Regisseur Till Weinheimer bringt tierischen Matinee-Gast mit

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Till Weinheimer mit Labradorhündin Joy und seinem Regieteam, dem Musiker Chris Weinheimer und Bühnenbildnerin Franziska Kaiser. Foto: Ludmila Thiele

Zwickau. Die 4,5 Jahre alte Labrador-Dame Joy zeigte sich am Sonntagvormittag ein wenig irritiert von dem Geschehen im Theater in der Mühle (TiM). Während sie den Platz neben ihrem Herrchen einnahm, dem Regisseur Till Weinheimer (58), der zusammen mit seinem Bruder, dem Musiker Chris Weinheimer (53) und der Kostüm- und Bühnenbildnerin Franziska Kaiser auf der TiM-Bühne den Matineegästen eine Einführung in Schillers Drama "Die Räuber" gab, spürte sie, dass jemand hinter den Kulissen, also hinter ihrem Rücken war, und wurde leicht unruhig.

Das Problem wurde ganz einfach gelöst, indem sie selbst hinter den Kulissen verschwand und dort ihre Streicheleinheiten sowohl von den auf ihren Auftritt wartenden Schauspielern als auch von den Technikern bekam.So konnten Till Weinheimer und sein Team auch ganz ausführlich ihre Arbeit an Schillers Drama erläutern und damit große Vorfreude auf das Stück wecken aber auch auf die Fragen beantworten.

Erkundungsspaziergang entlang der Mulde

"Joy musste mit nach Zwickau, weil meine Frau zuhause in Wiesbaden mit einer schweren Grippe liegt", erklärte der Regisseur. Er hatte übrigens im Malsaal, in dem am Freitag "Die Räuber" ihre Zwickauer Premiere haben, schon das sehr beeindruckende Schauspiel "Jeder stirbt für sich allein" auf die Bühne gebracht und kennt damit sowohl ihre Besonderheit als auch die Schauspieler, für die er das größte Lob hat.

Nach der Plauener Premiere gab es auch großes Lob für seine "Räuber" - sowohl vom Publikum als auch von den Medien. "Jetzt haben wir eine Woche Proben in Zwickau, damit auch hier rein technisch alles so gut wie in Plauen funktioniert", erklärte Till Weinheimer, der, wie er verriet, seit 30 Jahren eine Rechnung mit den Räubern offen hatte. "Ich hatte als junger Schauspieler den Karl gespielt, und fand es spannend, Schillers sehr komplexes Werk als reifer Mann zu inszenieren", so der Regisseur, der sich nach der Matinee mit Joy auf einen Erkundungsspaziergang entlang der Mulde begab.