"Läuft ruhiger als erwartet"

Asylunterkunft Kirchberger Wohnprojekt öffnet für Besucher

Nachdem vor knapp drei Wochen die ersten Asylbewerber in das Wohnprojekt in der Kirchberger Goethestraße gezogen waren, bot die Johanniter Unfallhilfe gestern allen Interessenten bei einem "Tag der offenen Tür" die Möglichkeit, sich über die Lebensbedingungen der Neuankömmlinge und die Arbeit der Helfer zu informieren. Besucher konnten nicht nur einen Blick in die Wohnungen werfen, sondern sich auch mit afghanischen Leckereien verköstigen lassen. Von den 150 Plätzen des Wohnprojekts sind bisher über 80 belegt, so Projektkoordinator Jan-Dirk Unger. "Das sind alles Familien", sagt er. Trotz anfänglicher Skepsis von Seiten der Anwohner sei bislang alles ruhig und friedlich geblieben. In dem Haus wohnen auch einheimische Mieter. Ein Projekt dieser Art sei vielleicht die beste Form der ersten Integration, so Unger. Zur Sprachausbildung werden die Flüchtlingskinder auf zwei städtische Schulen verteilt. Die Schulpflicht beginnt zwar erst drei Monate nach der Ankunft, erklärt der Sozialpädagoge Jonathan Leis, doch in Kirchberg lasse man ganz unkompliziert alle gleichermaßen teilnehmen. Nach einem Jahr der Deutschausbildung würden die Kinder dann auf die normalen Klassen verteilt. Die Johanniter sind Träger der Einrichtung. Sie haben für die Ausstattung der Räume gesorgt und dafür, dass ein Koordinator, ein Sozialpädagoge, ein Sozialbetreuer sowie ein Hausmeister bereit stehen. Unterstützung erhalten sie von einem lokalen Helferkreis. "Ohne Ehrenamtliche wäre das hier nicht machbar", so Jonathan Leis.