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Lampionumzug gegen Schließung des Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau

Protest Motto lautet "Die Lichter dürfen nicht ausgehen!"

Wilkau-Haßlau. 

Wilkau-Haßlau. Die Lichter dürfen nicht ausgehen! Unter diesem Motto protestieren unter geltenden Corona-Bestimmungen am Sonntag Beschäftigte des Haribo-Werkes Wilkau-Haßlau und ihre Familien mit einem Lampionumzug. Aufgerufen dazu hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Das Unternehmen will den einzigen Standort des Unternehmens im Osten zum Jahresende schließen, ohne dass es eine Perspektive für die Beschäftigten und für die Fortführung des Betriebes gibt. Eröffnet wird der Umzug am Nikolaustag um 17 Uhr auf dem Marktplatz von Wilkau-Haßlau durch die Pfarrerin und den Pfarrer der örtlichen Gemeinde, anschließend geht es zum Werk.

Gewerkschaft kämpft für Familienunternehmen

"Das Haribo-Werk in Wilkau-Haßlau ist ein typischer Fall von Profitstreben. Arbeitsplätze und die Lebensperspektiven von Menschen sollen für Renditeziele geopfert werden, ein wichtiger Betrieb würde aus der Region verschwinden", kritisiert Thomas Lißner von der NGG. Der Gewerkschafter weiter: "Was dies mit einem Familienunternehmen zu tun hat, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, weiß ich nicht. Zu der Familie Haribo gehören offenbar nur die Firmeneigner und Manager. Das ist Kapitalismus pur. Wir fordern, den Schließungsbeschluss aufzuheben und nach Alternativen zu suchen."

Seit Bekanntwerden des Schließungsbeschlusses Anfang November, kämpft die Gewerkschaft mit Politiker:innen aus Sachsen dafür, den Standort zu erhalten und fortzuführen. Von der Schließung wären etwa 150 Beschäftigte mit ihren Familien betroffen. Die Stadt Wilkau-Haßlau verlöre ihren wichtigsten Betrieb und eine wichtige Einnahmeposition.

Die Beschäftigten wollen sich mit dem Schließungsbeschluss nicht abfinden und erfahren viel Unterstützung. Eine Petition zum Erhalt des Werkes wurde fast 15.000 unterzeichnet. Zuletzt meldete sich sogar der Entertainer und langjähriges Werbegesicht des Unternehmens, Thomas Gottschalk, zu Wort.

SPD zeigt sich solidarisch

Anlässlich der heutigen Protestaktion appelliert auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) an das Unternehmen. "Dass Haribo sein hoch-profitables und einziges ostdeutsches Werk schließen will, ist ein Schock und sollte dringend von der Geschäftsführung überdacht werden. Als Bundesarbeitsminister stehe ich solidarisch an der Seite der Beschäftigten am Standort Wilkau-Haßlau, die in den vergangenen Jahren ihren Teil dazu beigetragen haben, dass Haribo im Bereich Süßwaren Marktführer ist und mit Milliarden-Umsätze macht.

Die Kolleginnen und Kollegen - und die Region! - verdienen eine wirtschaftliche Perspektive! Ich weiß, dass die Gewerkschaft NGG und der sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Martin Dulig, ihre Hand im Interesse aller Beteiligten ausgestreckt haben. Diese Chance sollten Sie jetzt Ergreifen! Wo ein Wille ist, das ist auch ein Weg." So der Bundesarbeitsminister.

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