Landrat Scheurer: "Es gibt kein Geld für Zusätzliches"

Interview Neue Herausforderungen für den Landkreis Zwickau

Region. 

 Im neuen Jahr warten einige finanzielle Herausforderungen und die Landesausstellung auf den Landkreis Zwickau. BLICK-Reporter Holger Frenzel sprach mit Landrat Christoph Scheurer (CDU).

 

Auf welche Höhepunkte und Aktionen freuen Sie sich 2020 im Landkreis Zwickau ganz besonders?

Ich wünsche mir zum einen, dass das Jahr der Industriekultur mit Schwerpunkt in unserer Region überregionales Interesse weckt, bekannter macht und viele Besucher anzieht.

Zum anderen freue ich mich auf das 30-jährige Jubiläum der Deutschen Einheit, auch als Anlass, um auf das Erreichte in dieser Zeit stolz zurückzublicken

Der Kreistag hat einen Haushaltsplan mit einem Defizit beschlossen. Wie ist es um die Finanzen bestellt?

Die Kreisverwaltung wird mit sparsamen Wirtschaften und dem Aufbrauchen der Finanzreserve ohne große Einschnitte arbeiten können. Allerdings fehlen die 4,9 Millionen Euro an Bundesmitteln, die nach dem Haushaltsbeschluss bei den Städten und Gemeinden verbleiben, obwohl sie für Kreisaufgaben vorgesehen sind. Es gibt folglich kein Geld für Zusätzliches.

Trotzdem steht Geld für Investitionen zur Verfügung. Was sind die größten Bauprojekte?

Die größte Investitionssumme fließt wie in den vorhergehenden Jahren in den Ausbau der Kreisstraßen mit 9,3 Millionen Euro. Zirka vier Millionen Euro sind für die Landkreis-Schulen geplant. Hier heißt der Schwerpunkt Digitalisierung. Eine weitere große Position in dem Haushalt mit 1,1 Millionen Euro ist für die Sanierung der Verwaltungsgebäude und deren Ausstattung vorgesehen.

Sie haben zum Start ins neue Jahr noch drei Wünsche frei. Das wären?

Ich wünsche mir Bürger, die sich für ihre Mitbürger und das Gemeinwohl engagieren, Schulen mit besten Lernbedingungen und motivierten Schülern sowie öffentliche Diskussionen in einem Stil, wo der andere als Gegenüber und nicht als Gegner wahrgenommen und geachtet wird.