Landwirte werden lauter: Traktorenkorso zieht durch die Region

Demonstration Knapp 70 Traktoren waren unterwegs

Oberlungwitz. 

Oberlungwitz. Landwirte der Region haben am Wochenende mit einem Traktorenkorso und einem Mahnfeuer auf ihre schwierige Situation aufmerksam gemacht. Botschaften wie "Wir sind noch da. Bitte hört uns zu. Wir beißen nicht" oder "Lieber Verbraucher! Ich bin das Lebensmittel aus der Region" waren auf den Schildern und Transparenten zu lesen, die von den Landwirten an einige der knapp 70 Traktoren angebracht wurden. Nach der Rundfahrt trafen sich mehr als 150 Landwirte und etwa 50 weitere Interessierte auf dem Ankerberg, wo ein weithin sichtbares Mahnfeuer loderte und bei verschiedenen Redebeiträgen auf die aktuellen Probleme hingewiesen wurde.

Gezielter Naturschutz durch finanzielle Unterstützung

Erneut verschärfte Düngevorschriften, der Preisdruck durch Billigimporte landwirtschaftliche Produkte aus Übersee oder das Verbot des umstrittenen Unkrautbekämpfers Glyphosat sorgten für reichlich Gesprächsstoff und teils polarisierende Ansichten. Denn wenn auf der Bühne sogar hinterfragt wurde, ob es tatsächlich einen Rückgang bei der Insektenvielfalt gibt, verwunderte das schon etwas. Doch auch gute Ideen wurden deutlich. Denn Landwirte könnten mit entsprechenden finanzieller Unterstützung ja auch selbst gezielten Naturschutz machen. Neben verschiedenen Landwirten sprach auch der Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz (CDU). "Wir müssen vernünftig zusammen reden. Am Ende des Tages müssen wir Kompromisse finden", forderte er.

Deutsche geben wenig Geld für Lebensmittel aus

Deshalb müssten Bauern auch bereit sein, bei Themen wie besserem Insektenschutz oder reduzierter Pestizidanwendung mitzuziehen. Zuvor hatte Andreas Grellmann, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Lungwitztal unter anderen betont, dass die Landwirtschaft durchaus etwas für die Natur tun will. "Wir brauchen dafür aber faire, auskömmliche Preise", sagte Grellmann. Die gibt es durch den Druck des Weltmarktes und die besondere Situation in Deutschland nur selten. Auch Georg Stiegler, einer der Organisatoren der Demo, weiß das. Denn im Vergleich zu anderen Ländern geben die Deutschen für Lebensmittel sehr wenig Geld aus. Das neueste Handy und dreimal im Jahr Urlaub zu machen, sei eben wichtiger geworden.