Lehrerlegende geht als König in den Ruhestand

Abschied Für Werner Seifert ist nach 40 Berufsjahren Feierabend

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Werner Seifert wurde in den Ruhestand verabschiedet. Foto: T. Michel

Werdau. Seinen wahrscheinlich letzten großen Auftritt im Werdauer Gymnasium "Alexander von Humboldt" hatte sich Werner Seifert wohl ein bisschen anders vorgestellt. Zumindest vom zeitlichen Ablauf, der am Ende mächtig über den Haufen geworfen wurde. Für den 65-jährigen Geschichtslehrer war am 31. Januar nach über 40 Berufsjahren der letzte Arbeitstag.

"Eine Lehrerlegende geht in den Unruhestand."

Doch seine Mitstreiter wollten ihren Kollegen ordentlich verabschieden und hatten einiges vorbereitet. Unter anderem einen Thron, auf dem Werner Seifert nach seiner Krönung Platz nehmen durfte. "Eine Lehrerlegende geht in den Unruhestand", meinte Schulleiter Jörg Oettler, der den größten Teil über den gebürtigen Thüringer nur aus Erzählungen seiner Kollegen kannte. Immerhin hatte Werner Seifert bereits als Schüler die einstige Werdauer EOS besucht und begann in der damaligen Pestalozzischule - in dem Haus hat heute das Gymnasium seinen Sitz - als Lehrer. In einer nicht ganz ernstgemeinten Rede über die verschiedenen Unterrichtsfächer gab Werner Seifert noch einmal seine Ansicht zum Besten.

Rührende Verabschiedung

Und seine bisherigen Kollegen hatten zum offiziellen Abschied gleich noch einige besondere Ehrengäste eingeladen, die mit dem Tätigkeitsfeld des Geschichtslehrers mehr oder weniger zu tun hatten. Unter anderem brachten Friedrich der Große, Udo Lindenberg, Joseph Beuys, der Dalai Lama, Bismarck und Henry Ford einige Geschenke mit. Spätestens als die Lehrer dann noch ein selbst verfasstes Abschiedslied für Werner Seifert anstimmten - "Der Mann mit dem Fahrrad geht nach Hause" - musste der Ruheständler mit den Tränen kämpfen.

Zumal sich auch noch eine Reihe von ehemaligen Lehrerkollegen von ihm verabschieden wollten.