Letzte Ruhe in der alten Redehalle

Urnen Zwickauer Hauptfriedhof verfügt jetzt wieder über ein Kolumbarium

Zwickau. 

Zwickau. Auf dem Zwickauer Hauptfriedhof besteht jetzt die Möglichkeit, Urnen mit der Asche von Verstorbenen in einem Kolumbarium - einem oberirdischen Bauwerk - aufzubewahren. Für diesen besonderen Nutzungszweck wurde die unter Denkmalschutz stehende alte Redehalle umgebaut. Im Inneren befinden sich rechts und links an den Wänden die Urnenregale. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch noch Urnensäulen hinzukommen. Insgesamt sind etwa 400 Beisetzungsstellen vorgesehen. Damit auch Menschen mit einer Behinderung problemlos Zugang zum Kolumbarium haben, gibt es am Eingang extra einen Aufzug sowie ein vergrößertes Podest.

Ausgestaltung kostete 470.000 Euro

Besonders viel Wert wurde beim Umbau auf die Erhaltung und mögliche Aufarbeitung historischer Gebäudeelemente gelegt. Etwa das vergoldete Kreuz über dem Eingang, das in der Königin Marienhütte Cainsdorf gefertigt wurde oder die Eingangstüren, Lichtbögen und Fenster. Das Denkmalsschutzkonzept setzt sich auch bei der Ausgestaltung des Innenraumes fort. Nach Angaben aus dem Rathaus konnte der vorgegebene Kostenrahmen für die notwendigen Bauarbeiten von knapp 470.000 Euro eingehalten werden. Mittlerweile fanden bereits die ersten Urnenbeisetzungen statt. Das Kolumbarium ist in der Region bislang zwar einzigartig. Allerdings existierte diese Möglichkeit der Urnenaufbewahrung in Zwickau bereits in den 1920er Jahren in einem gesonderten Bereich der Friedhofsmauer.

Die alte Redehalle wurde am 18. November 1865 als Friedhofskapelle eingeweiht. Für Trauerfeiern spielte das Gebäude seit dem Anbau einer neuen Trauerhalle an das Krematorium keine Rolle mehr, wurde nur noch bis zur Mitte der 1950er-Jahre für kirchliche und weltliche Trauerfeiern genutzt. In der Folgezeit diente es lediglich als Garage und Lager.