Letztes Stündlein für "Wiener Spitze" hat geschlagen

Abriss Reste des traditionsreichen Tanzbodens verschwinden aus dem Stadtbild

Kirchberg. 

Kirchberg. Die Stunden des einst weit über die Region hinaus bekannten Kirchberger Ballhauses "Wiener Spitze" sind endgültig gezählt. Ab Montag begannen die Abrissarbeiten der noch verbliebenen Gebäudeteile. Schon vor mehreren Jahren musste der dazugehörige Saal wegen Baufälligkeit platt gemacht werden. Jetzt folgt der verbliebene Rest der inzwischen maroden Häuser. Die Stadt hat den Gebäudekomplex von den Voreigentümern bereits vor einiger Zeit für den Preis von einem symbolischen Euro mit der Maßgabe des geplanten Abrisses erworben. Einschließlich der Renaturierung des Geländes und einer in diesem Bereich geplanten Gewässerverbesserung des Rödelbachs fallen Kosten von etwa 450.000 Euro an. Der überwiegende Teil dieses Betrages fließt aber in Form von Fördermitteln zurück in die Stadtkasse.

Zahlreiche Veranstaltungen in 170 Jahren

Das einstige Ballhaus "Wiener Spitze" kann auf eine fast 170 Jahre währende Geschichte zurückblicken. In der renommierten Saalgaststätte fanden über die Jahre hinweg Konzerte namhafter Künstler, Theateraufführungen und zahllose Veranstaltungen der örtlichen Vereine statt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich die "Spitze" speziell für die Jugend zu einem der beliebtesten Tanzböden in der Region. 1987 machte die Gaststätte schließlich dicht.

Begrünung des Areals geplant

Mehrere Versuche, der "Wiener Spitze" nach der Wende wieder neues Leben einzuhauchen, scheiterten. Es gab kein tragfähiges Nutzungskonzept und die Eigentümer hatten keine Möglichkeit etwas Derartiges zu erstellen. Um die immer mehr zum Schandfleck zu verkommenden Gebäude langfristig aus dem Stadtbild zu entfernen, hatte Kirchberg das Objekt schon vor geraumer Zeit in seine Stadtumbauplanung aufgenommen. Nach Ende der Abbrucharbeiten soll das Areal begrünt werden.

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