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Lichtensteiner Geheimnissen auf der Spur

geschichte Besondere Zeichen wurden beim Nachtwächter-Rundgang thematisiert

Lichtenstein. 

Lichtenstein. Gut sichtbare, aber auch verstecke Zeichen gibt es in einer Kleinstadt wie Lichtenstein oft. Mal sind sie als Stein im Boden zu entdecken, zieren als Wappen eine Wand oder schmücken aufwendig gestaltet ein Gebäude, in dem einst ein Schmied seinem Handwerk nachging.

"Lichtensteiner Elle"

Zunftzeichen hatten laut Nachtwächter Christian Bretschneider für die Handwerker einst eine große Bedeutung. Um dieses Thema und um viele andere ging es am Wochenende beim Nachtwächterrundgang, der unter dem Titel "Geheime Zeichen auf Schritt und Tritt" stand. Reichlich zwei Stunden lang führte Brettschneider etwa 40 Teilnehmer, die sich aufgrund der Corona-Maßnahmen vorher anmelden mussten, durch die Stadt und kann wie bei seinen Rundgängen üblich wieder viel Wissen vermitteln.

Am Ratskeller erklärte er nicht nur, dass hier eins am Prangerstein Menschen für Missetaten büßen mussten, sondern auch was es mit der "Lichtensteiner Elle" auf sich hat. Das Längenmaß ist nahe der Tür angebracht. "Jede Stadt hatte eine unterschiedliche Elle", so Bretschneider. In Lichtenstein war sie 57,4 Zentimeter. In Dresden seien es beispielsweise 56,6 Zentimeter gewesen. Das Maß spielte zum Beispiel für die Markthändler eine wichtige Rolle.

"Erwartet nicht, dass wir alle Geheimnisse lösen"

Ebenso wichtig waren und sind Grenzsteine, die hier und da noch im Boden stecken. Allerdings verschwinden sie nach und nach, weil heute moderne Technik bei Vermessungen eingesetzt wird. Hier und da gibt es aber auch Symbole, die selbst Experten vor Rätsel stellen. "Erwartet nicht, dass wir alle Geheimnisse lösen", sagte Bretschneider deshalb zu den Teilnehmern des Rundganges. Denn trotz umfangreicher Recherche in Archiven, Museen oder Behörden konnte bisher beispielsweise nicht geklärt werden, für was genau eine Höhenmarke am Gebäude des Gymnasium steht.

"Und es gibt da noch viel mehr, man könnte noch einen Rundgang zu dem Thema machen", sagte Christian Bretschneider, der die Interessierten zusammen mit Hobbyhistoriker Manfred Geyer vorbei an besonderen Steinen, Figuren, Schildern und Fassadenverzierungen durch die Stadt führte.