"Liebe als Naturgewalt"

Theater Matinee gibt Einführung in Torsten Händlers Tanzstück Tristan/Isolde

Eine tragische Liebesgeschichte, die in der Weltliteratur ihres Gleichen sucht, wird in Zwickau am 16. November als Tanzstück von Torsten Händler uraufgeführt. Händlers Version der Sage von Tristan und Isolde, deren Ursprünge ins Frühmittelalter zurückreichen, basiert auf der Legende, wie sie im Versroman Gottfried von Straßburgs aus dem Jahre 1210 dargestellt wird. Im Mittelpunkt seines Balletts steht für Händler die "Liebe als Naturgewalt, die nur mit dem Tod aufhört". Sein 80-minütiges Kammerspiel "Tristan/Isolde" wird keine Wagner-Oper sein, verspricht der Ballettdirektor. Richard Wagners Musik, durch die der Stoff Weltruhm erlangte, wird aber ein Thema sein, verbunden mit zeitgenössischen Klangformen und Kompositionen. Die Musik wurde von Steffan Claußner komponiert, der zum vierten Mal für Händlers Inszenierungen am Theater Plauen-Zwickau als Komponist agiert. Claußner zeigte zur Matinee, welche Töne auf einem präparierten Klavier - eine 1940 von John Cage entwickelte Technik - mit verschiedenen Hilfsmittel wie Wäscheklammern erzeugt werden können. "Das Klavier gehört zum multimedialen Bühnenbild", erklärt der Choreograf. Das Publikum wird das Geschehen hautnah, auf der Hinterbühne, erleben. "Wir wollen einen engen, intensiven Kontakt zum Publikum erzeugen", erklärt Händler. Zur Matinee saßen die Besucher aber noch wie gewohnt im Saal, während die vier Hauptdarsteller Kojiro Suzuki (Tristan), Colombe Vanabelle (Isolde), David Bendl (König Marke) und Ekaterina Tumanova (Kammerzofe Brangene) auf der Bühne tanzten. Die Premiere ist ausverkauft. Karten gibt es aber noch für die zweite Vorstellung am 21. November mit anschließendem Publikumsgespräch.